BenQ/Siemens Deutsche Handyproduktion in Gefahr

Für wenig Geld hatte der taiwanesische Konzern BenQ die schwächelnde Handysparte von Siemens übernommen. Nun droht BenQ Mobile mit der Schließung der Produktion in Deutschland, tausende Stellen wären betroffen. "Wenn wir bis Juni zu keiner Lösung kommen, stehen wir vor einem Problem", sagte BenQ-Mobile-Chef Clemens Joos.

Barcelona - Ob und wie weiter in Deutschland produziert werde, hänge von den Gewerkschaften ab, sagte BenQ-Mobile-Chef Clemens Joos am Montag bei der Branchenmesse 3GSM in Barcelona. "Wenn wir bis Juni zu keiner Lösung kommen, stehen wir vor einem Problem", so Joos.

Beim Erwerb der Handyproduktion hatte BenQ auch eine Arbeitsplatzgarantie von Siemens  übernommen, die im Gegenzug längere Arbeitszeiten für die Mitarbeiter beinhaltet. Diese Vereinbarung läuft Ende Juni aus. BenQ Mobile hat nach Unternehmensangaben bereits eine Verlängerung angeboten, die von den Gewerkschaften aber abgelehnt werde.

Die IG Metall hat dem Unternehmen unterdessen Verunsicherung der Belegschaft vorgeworfen. Mit der Androhung von Produktionsverlagerungen versuche der Mobilfunkhersteller offenbar, die Beschäftigten gefügig für Zugeständnisse zu machen, sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Oliver Burkhard am Dienstag in Hamburg. "Ich glaube nicht, dass das gut ankommt", so Burkhard. Die IG Metall verweigere sich nicht Verhandlungen, sondern bereite sie gerade vor. Vereinbart sei, drei Monate vor Ablauf des Standortvertrages Ende Juni Gespräche aufzunehmen.

Die Tochter des taiwanesischen Elektronikkonzerns BenQ betreibt in Deutschland derzeit drei Standorte in Kamp-Lintfort, München und Ulm. Weltweit beschäftigt BenQ Mobile gut 7000 Mitarbeiter, knapp die Hälfte davon in Deutschland.

manager-magazin.de mit Material von rtr

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