Intel Erneute Kernspaltung

Der weltgrößte Computerchiphersteller hat seinen ersten Prozessor mit vier Kernen vorgestellt. Damit kam Intel seinem schärfsten Konkurrenten AMD zuvor. Die neuen Prozessoren sollen vorerst nur in Servern Verwendung finden.

New York - Der Server-Chip mit dem Code-Namen Clovertown soll Anfang 2007 auf den Markt kommen, kündigte Technologie-Chef Justin Rattner an. Der Prozessor wurde für Server mit zwei Prozessoren entwickelt.

Intel  kam mit der Vorstellung dem Erzrivalen AMD  zuvor, der ebenfalls an Prozessoren mit vier Kernen arbeitet, die 2007 angeboten werden sollen.

AMD kämpft seit Jahren gegen die Übermacht von Intel. Die beiden US-Unternehmen sind weltweit die einzigen Anbieter von Prozessoren, wie sie in jeden Rechner eingebaut werden. Bislang hat Intel den Markt fast nach Belieben dominiert. Vergangenes Jahr hat AMD jedoch überraschend stark aufgeholt. Nach Angaben der Marktforscher von Mercury Research kletterte der weltweite Marktanteil des Verfolgers von 15,8 auf nun 18,2 Prozent.

Unter anderem stieg der AMD-Umsatz im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres im Kerngeschäft um fast 80 Prozent auf 1,35 Milliarden Dollar. Konkurrent Intel hingegen musste sich mit einem Plus von 6 Prozent zufrieden geben und verfehlte damit überraschend die eigene Prognose. Allerdings ist Intel mit einem Umsatz von 10,2 Milliarden Dollar im vierten Quartal noch immer deutlich größer als AMD.

Chips mit mehreren Kernen haben eine höhere Leistung bei geringerem Energieverbrauch. Derzeit sind Doppelkern-Prozessoren dabei, sich auch im privaten Bereich zu etablieren. Rattner sagte dem Branchendienst "CNet", zum Ende des Jahrzehnts würden Chips mit Dutzenden von Kernen möglich sein.

In zehn Jahren könne es theoretisch Prozessoren mit hunderten Kernen geben. Für Server werde es schnellere Chips mit mehr Kernen geben als für PCs, betonte Rattner. Deshalb dürften die nächsten Intel-Prozessoren für Notebooks und Desktops noch zwei Kerne haben.

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