ProSiebenSat.1 Saban will vorerst nicht verkaufen

Überraschende Wendung bei ProsiebenSat.1: Die Investorengruppe um den US-Medienunternehmer Haim Saban will die Sendergruppe jetzt doch behalten. "Das Unternehmen entwickelt sich extrem gut", hieß es zur Begründung.

New York - Die P7S1 Holding LP um den Investor Haim Saban hat bestätigt, ProSiebenSat.1  nicht verkaufen zu wollen. Die acht Investoren um den US-Milliardär Haim Saban hätten trotz beträchtlichen Interesses potenzieller Käufer beschlossen, ProSiebenSat.1 nicht zu veräußern, sagte Saban am Montag. Eines der neuen Angebote für die Sendergruppe habe sogar die von Springer offerierten 23,37 Euro je Aktie überschritten.

"Das Unternehmen entwickelt sich extrem gut", hieß es zur Begründung. Die Finanzinvestoren wollen offensichtlich mindestens für ein weiteres Jahr engagiert bleiben, wahrscheinlich aber sogar für länger.

Man wolle langfristig in Deutschland investieren, hatte das "Wall Street Journal" in seiner Montagausgabe aus mit dem Vorgang vertrauten Kreise zitiert. Der Strategiewechsel sei eine Reaktion auf die Erholung der Konjunktur in Deutschland und die damit einhergehende Bereitschaft der Unternehmen, wieder verstärkt in Werbung zu investieren.

In Medienberichten war vorher unter anderem über eine Übernahmeofferte des Finanzinvestors Apax spekuliert worden. Das Interesse an ProSiebenSat.1 wurde bestätigt, die Namen neuer potenzieller Interessenten aber nicht genannt. Nach Informationen einer mit der Situation vertrauten Person wurde zudem mit dem französischen TV-Konzern TF1 und der luxemburgischen SBS Broadcasting geredet.

Axel Springer  hatte der Senderfamilie im August 2005 ein Übernahmeangebot gemacht, dieses nach einem monatelangen Ringen um die kartell- und medienrechtliche Genehmigung Anfang Februar aber wieder zurückgezogen. Das Investorenkonsortium um Saban, das rund 88 Prozent an ProSiebenSat.1 hält, ist seit 2003 bei der Senderfamilie engagiert.

Saban hatte den TV-Konzern nach dem Zusammenbruch der KirchGruppe gemeinsam mit den Finanzinvestoren Hellman & Friedman, Providence Equity Partners, Putnam Investments (Marsh & McLennan), der Quadrangle Group und Thomas H.Lee Partners übernommen. Seither hat sich der Aktienkurs vervielfacht.

Erst vergangene Woche hatte ProSiebenSat.1 bekannt gegeben, 2005 von anziehenden Werbeeinnahmen und dem Kauf des Quizsenders 9Live profitiert zu haben. Vorläufigen Zahlen zufolge wuchs der Überschuss um 65 Prozent auf knapp 221 Millionen Euro. Einige Analysten erhöhten daraufhin die Bewertung für die TV-Gruppe, deren Aktienkurs in der Folge auf mehr als 21 Euro kletterte.

manager-magazin.de mit Material von dpa, rtr, vwd, ap

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