PDA-Trends Fußball für unterwegs

Einst sorgten Taschencomputer als elektronische Kalender und Adressbuchverwalter für Furore. Inzwischen konkurrieren PDAs mit Smarthphones und bieten Telefon-, Video-, Spiele- und Musikfunktionen an. Die aktuellen Geräte werden in wenigen Wochen auf der Cebit vorgestellt. Hier die digitalen Alleskönner im Überblick.

Hannover/Düsseldorf - Er ist die eierlegende Wollmilchsau unter den modernen Züchtungen der Technikbranche: Der Taschencomputer hat sich längst zum multimedialen Alleskönner entwickelt. PDA und Smartphone dienen heute nicht nur als Bürohilfe, sondern auch als Walkman, Digitalkamera oder Videogerät. Die Modelle auf der Computer- und Technikmesse Cebit in Hannover bieten zudem einige neue Funktionen wie mobiles Fernsehen oder Videotelefonie, die die Technik noch bunter machen sollen.

"Dieses Jahr sind besonders UMTS-Geräte im Trend", sagt Susanne Burgdorf, Sprecherin von Sony-Ericsson. Mit Smartphone-Modellen wie dem P990i könnten Nutzer sich beispielsweise bei der Fußball-Weltmeisterschaft die Höhepunkte der Partien als Videostream anschauen.

UMTS-fähige PDA-Phones wie Motorolas  A 1010 oder der MDA Pro von T-Mobile ermöglichen zudem Videotelefonie. "So können etwa Paare in einer Fernbeziehung von Angesicht zu Angesicht miteinander reden", erklärt Husam Azrak, Sprecher von T-Mobile. Oder der Partner könne von zu Hause aus beim Einkauf per Bildtelefonat mitentscheiden.

Grundsätzlich liegt die Verschmelzung von PDA und Telefon weiter im Trend. Darauf reagieren inzwischen auch Hersteller klassischer PDAs wie Fujitsu-Siemens - dieser will auf der Cebit eine neue UMTS-Smartphone-Serie namens Pocket Loox T vorstellen.

Für Videotelefonie ausgelegt: Motorola A1010

Für Videotelefonie ausgelegt: Motorola A1010

Blackberry-Konkurrent: Die Pocket Loox T Serie von Fujitsu Siemens ist mit der neuen Push-E-Mail-Funktion von Microsoft ausgestattet

Blackberry-Konkurrent: Die Pocket Loox T Serie von Fujitsu Siemens ist mit der neuen Push-E-Mail-Funktion von Microsoft ausgestattet

Foto: Fujitsu-Siemens
Mit Touchscreen: Die Pocket Loox C Serie von Fujitsu Siemens

Mit Touchscreen: Die Pocket Loox C Serie von Fujitsu Siemens

Foto: Fujitsu Siemens Computers
Businessphone mit allen Schikanen: Nokia N80

Businessphone mit allen Schikanen: Nokia N80

TV für unterwegs: Nokia N92 empfängt Bewegtbilder im DVB-H-Format

TV für unterwegs: Nokia N92 empfängt Bewegtbilder im DVB-H-Format


Digitale Taschenassistenten
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Einfaches Zusammenspiel

Am Markt haben die schlauen Handys den PDA ohnehin längst überholt, sagt Bernhard Jodeleit von der Zeitschrift "Connect". Ganz ausgestorben ist der klassische PDA aber noch nicht: "Traditionelle Handhelds dienen dabei immer häufiger als Navigationshilfe", sagt Sabine Twest, Sprecherin von Fujitsu-Siemens. So haben Fujitsu-Siemens und Hewlett-Packard  Handhelds entwickelt, bei denen ein GPS-Modul gleich eingebaut ist.

Bei anderen PDAs wie dem C550 von Fujitsu-Siemens stehe der Datenaustausch mit anderen Geräten über W-Lan und Bluetooth im Vordergrund, so Twest. Auch Nokia  setzt bei seinem Smartphone N80 mit Universal Plug and Play auf das einfache Zusammenspiel der Technik.

"Man kann so zum Beispiel Präsentationen vom mobilen Gerät gleich an den Beamer schicken", erklärt "Connect"-Redakteur Jodeleit. Auch mobiles Surfen wird für den PDA immer wichtiger, sagt T-Mobile-Sprecher Azrak.

Die Tastaturvergrößerer

Die Tastaturvergrößerer

So könne man unterwegs per UMTS oder W-Lan Eintrittskarten bestellen oder Nachrichten abrufen. Mit höheren Übertragungsraten ist dies wesentlich komfortabler geworden. Für Büroanwender sind hierbei E-Mail-Push-Dienste eine Hilfe für die Arbeit unterwegs. Durch UMTS werde zudem die Einwahl leichter, da Nutzer nicht an einen lokalen Hotspot gebunden seien, so Jodeleit. Mit passender Software lasse sich dabei auch Internet-Telefonie nutzen.

Standardmäßig dienen die Handheld-Modelle auf der Cebit zudem als MP3-Player und Digitalkamera. Neue Megapixel-Rekorde sind dabei aber nicht zu erwarten. Geräte wie Motorolas A1010 können außerdem auch MPEG4-Videos aufnehmen.

Bei den technischen Eckdaten spielt inzwischen vor allen Dingen mehr Speicher eine Rolle. Die "Lifedrive"-Modelle von Palm bieten beispielsweise mit einer vier Gigabyte großen Festplatte genügend Platz für Videos und Musik. Von Optik und Bedienung her setzen die Hersteller auf Vielseitigkeit: So bieten die Geräte von T-Mobile und Sony-Ericsson eine aufklappbare Tastatur sowie einen Touchscreen, der wahlweise im Hoch- oder Querformat genutzt werden kann.

Ob die auf der Cebit präsentierten Neuheiten später aber auch ihre Nutzer finden, bleibt abzuwarten. So will Nokia mit dem N92 das Handyfernsehen im DVB-H-Format vorstellen. Dabei ist jedoch noch fraglich, ob sich dieser Standard hier zu Lande gegen das in Korea entwickelte DMB durchsetzt. Auch für Videotelefonie sieht "Connect"-Redakteur Jodeleit in Deutschland kaum Chancen. Diese Technik sei bereits früher groß angekündigt worden und habe sich später als Flop herausgestellt.

Tobias Schormann, dpa

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