Palm Kauf mich

Der PDA-Hersteller Palm sollte sich nach Ansicht des Großaktionärs Mark Nelson von einem großen IT-Konzern übernehmen lassen. Nelson befürchtet, dass Palm im wachsenden Wettbewerb als Einzelkämpfer Schwierigkeiten bekommen könnte.

New York - Der wachsende Wettbewerb könnte dem Unternehmen das Geschäft im Alleingang erschweren, argumentierte der IT-Unternehmer Mark Nelson, der acht Prozent der Palm-Aktien hält. Nelson habe einen entsprechenden Brief an den Palm-Verwaltungsrat geschrieben, berichtete der Branchendienst CNet.

Vorstellbar ist, dass sich Nelsons Vorstoß an Microsoft  richtet. Schon im Herbst vergangenen Jahres war der Softwarekonzern eine Kooperation mit Palm eingegangen. Ziel der Kooperation ist, gemeinsam ein Businesstelefon zu entwickeln, dass auf dem Microsoft-Betriebssystem Windows Mobile 5.0 basiert.

Windows Mobile 5.0 bietet eine verbesserte E-Mail-Technik. Bei dieser "Push-Technik" werden E-Mails und andere Informationen aus Microsofts Outlook-Programmen in regelmäßigen Abständen automatisch an das Telefon gesendet. Bisher mussten Nutzer von Mail-Telefonen auf Microsoft-Basis ihre Mails aktiv abrufen.

Mit der Einführung der Push-Technik will Microsoft den Rückstand zur Blackberry-Technik von RIM aufholen, bei der Mails schon länger automatisch auf dem Handy landen. Das Smartphone soll von dem US-Mobilfunkunternehmen Verizon  vertrieben werden.

Der Markt für Taschen-PCs ist zuletzt unter dem Druck kombinierter Geräte mit E-Mail- und Mobilfunk-Funktion - zum Beispiel des Blackberry - geschrumpft. Nach Daten des Marktforschungsunternehmens IDC sank der weltweite Absatz der Geräte aller Hersteller im vierten Quartal 2005 im Jahresvergleich um 18,2 Prozent auf 2,23 Millionen Stück. Im gesamten Jahr habe das Minus 16,7 Prozent auf 7,5 Millionen Betragen.

Palm habe im Schlussquartal etwas mehr als eine Million Geräte verkauft und sei damit nach wie vor unangefochtener Spitzenreiter mit einem Marktanteil von 45,6 Prozent gewesen - 2,6 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor, berichtete IDC. Vor allem in Amerika ist Palm stark. Hewlett-Packard  (HP) als Nummer zwei habe einen Anteil von 20,8 Prozent (Vorjahr: 25,4 Prozent).

Der Markt stehe zwar unter immensem Druck durch die kombinierten Geräte, der Einsatz von GPS-Navigation, Multimedia-Funktionen und drahtlosen WiFi-Verbindungen eröffne aber auch für Taschen-PC-Hersteller neue Möglichkeiten. Palm ist mit der Marke Treo auch bei Geräten mit Telefon-Funktion vertreten. Im den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres lieferte Palm rund eine Millionen Smartphones aus - fast so viele wie im vorherigen Geschäftsjahr insgesamt.

Der deutsche Hersteller Medion  war IDC zufolge im vierten Quartal die weltweite Nummer fünf mit einem Marktanteil von 4,3 Prozent und knapp 97.000 verkauften Geräten. Auf Platz drei kam Dell  mit 8,0 Prozent Marktanteil, gefolgt von Acer mit 5,7 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von dpa