E-Commerce Zwist zwischen Obi und Otto

Die beiden Händler Obi und Otto vertreiben seit Jahren gemeinsam Handwerker-Artikel im Internet. Doch die Kooperation Obi@Otto steht angeblich vor dem Aus.

Hamburg - Die Geschäftsaktivitäten von Otto und Obi waren bislang eng verwoben. Das Hamburger Handelshaus hat seit fünf Jahren für Europas größte Baumarktkette die Online-Aktivitäten gesteuert, den Katalog gedruckt und mit der Tochter Hermes den Versand übernommen. Wie das "Handelsblatt" am Dienstag allerdings berichtet, ist die Kooperation ernsthaft gefährdet.

Grund dafür sollen Streitereien über die Strategie sein. Demnach stört sich Otto an übertriebenen Umsatzforderungen von Obi. Eine Sprecherin der Heimwerkermarktkette wollte den Artikel gegenüber manager-magazin.de nicht weiter kommentieren, betonte jedoch, dass das Joint-Venture "entgegen anders lautenden Gerüchten und Vermutungen zu diesem Zeitpunkt weiter nach wie vor besteht". Auch ein Sprecher von Otto wollte den Bericht nicht kommentieren.

Der Zeitung zufolge sucht Otto allerdings bereits nach einem neuen Partner. Aus Branchenkreisen hieß es, dass der Konzern mit anderen Baumärkten Gespräche führt. Obi zählt im Baumarktbereich zu den Schwergewichten. Die zur Tengelmann-Gruppe gehörende Kette erzielt mit rund 30.000 Mitarbeitern weltweit einen Jahresumsatz von mehr als sechs Milliarden Euro. Obi stelle jedoch immer wieder alles auf den Prüfstand, hieß es in Kreisen. Dazu gehöre auch Obi@Otto genauso wie alle anderen Geschäftsbereiche, die auf Effektivität geprüft werden.

Der Otto Versand ist seinerseits mit mehr als 50.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von mehr als 14 Milliarden Euro einer der führenden Versandhauskonzernen.

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