GBL Raus aus Bertelsmann - rein in Zement

Der Bertelsmann-Investor GBL hat sich an dem weltgrößten Zementhersteller beteiligt. Die belgische Holding hält nunmehr 6,5 Prozent an dem französischen Unternehmen Lafarge.

Brüssel - Die Groupe Bruxelles Lambert (GBL) hat über mehrere Monate hinweg Aktien des französischen Zementherstellers Lafarge  erworben. Mittlerweile halten die Finanziers 6,5 Prozent der Anteile. Managing Director Thierry de Rudder sagte, man habe den Baustoffkonzern für unterbewertet gehalten. Die Beteiligung der belgischen Holdinggesellschaft hat nach seinen Angaben gegenwärtig einen Wert von 900 Millionen Euro.

Lafarge-Sprecherin Stephanie Tessier sagte, man sei im November von dem Vorhaben des belgischen Investors Albert Frère in Kenntnis gesetzt worden. Er habe erklärt, dass es sich um ein "freundliches" Investment handele. Die GBL ist das Investmentvehikel von Frère. Die Sprecherin sagte, Lafarge habe keine Hinweise dafür, dass Frère seine Beteiligung noch weiter erhöhen wird. Auch habe Frère nicht um einen Sitz im Board von Lafarge nachgesucht.

Zu Lafarge gehört hier zu Lande das Zementwerk Karsdorf. Das Unternehmen wird am 23.2. seine Bilanz für das vergangene Jahr vorstellen. Zuletzt hatte BNP Paribas das Kursziel auf 97 Euro angehoben, die Aktie stieg zudem infolge besserer Konjunkturaussichten.

In die Schlagzeilen war Lafarge im vergangenen Sommer geraten, als das Unternehmen wegen Preisabsprachen verklagt wurde. Die belgische Cartel Damage Claims (CDC) hatte neben Lafarge auch Dyckerhoff und die ehemalige Readymix (heute Cemex Deutschland) verklagt. Vor kurzem wurde bekannt, dass CDC auch gegen Heidelberg-Cement und die Schweizer Holcim vorgeht. Die belgische Firma CDC hat Schadensersatzforderungen der Zementkunden gekauft.

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