Windows-Quellcode Microsoft gestattet Einblicke

Im Kartellstreit mit der Europäischen Union hat Microsoft nach langem Ringen neue Zugeständnisse angekündigt. Wie von der EU-Kommission gefordert, will der Softwarekonzern Lizenznehmern den Windows-Quellcode offenbaren. Von der Stellungnahme zu den Auflagen-Verstößen kann sich Microsoft damit jedoch nicht freikaufen.

Brüssel - Konkret bot Microsoft  eine weitere Öffnung seines Betriebssystems Windows an, das auf den meisten Personalcomputern der Welt läuft. So solle Lizenznehmern nun auch der so genannte Quellcode von Windows für Server offen gelegt werden, sagte Microsoft-Anwalt Brad Smith.

Diese verfügten damit über die bestmögliche Dokumentation der Servertechnologie von Microsoft. Damit gehe das Unternehmen über die von der EU-Kommission gegen Microsoft verhängten Auflagen hinaus.

Der Quellcode ist die Urversion einer Software, ein in einer Programmiersprache geschriebener Text. Dieser wird erst durch Übersetzung in Maschinensprache zu einem ausführbaren Programm. Bislang hatte Microsoft den Windows-Quellcode nur sehr begrenzt offen gelegt, um sein geistiges Eigentum zu schützen.

EU erwartet bis 15. Februar Antworten

Die Kommission hatte vor knapp zwei Jahren entschieden, dass Microsoft mit seiner dominierenden Stellung gegen europäische Wettbewerbsgesetze verstieß. Sie verhängte deshalb eine Strafe von 497 Millionen Euro und zugleich Auflagen für den Vertrieb von Windows. Außerdem forderte die Kommission von dem Konzern, eine vollständige und genaue Beschreibung der Schnittstellen seines Betriebssystems Windows offen zu legen.

Damit sollte sichergestellt werden, dass die Software von Konkurrenten mit dem marktbeherrschenden Betriebssystem zusammenarbeiten kann. Wegen anhaltender Verstöße gegen die Kartellauflagen drohte die EU zuletzt mit einer täglichen Strafe von zwei Millionen Dollar.

Die EU-Kommission teilte in einer Stellungnahme mit, sie werde die jüngsten Vorschläge des US-Unternehmens sorgfältig prüfen. Unabhängig davon erwarte sie von Microsoft weiterhin die Antwort auf ein Papier, in dem sie im Dezember Kritik an der bisherigen Umsetzung der Auflagen geübt hatte. Die Antwort soll bis zum 15. Februar vorliegen.

rtr

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