Google Schlag gegen Apple, Pakt mit Intel

Amerikanische IT-Unternehmen wildern fleißig in fremden Revieren. So will Google einen Download-Dienst für Filme anbieten, die passende Filmsuchmaschine wird bei Intel installiert. Außerdem wird das Google-Logo demnächst auf den Displays von Motorola-Handys blinken. Yahoo schaut dem Treiben seines Rivalen nicht tatenlos zu.

Hamburg - Der Suchmaschinenbetreiber Google  will einem Pressebericht zufolge im Internet Videos und Software anbieten. Bestandteil des Angebots werde eine breite Palette von Filmen aus den Bereichen Unterhaltung, Sport und Nachrichten sein, berichtete das "Wall Street Journal" (Freitagausgabe) unter Berufung auf Kreise.

Dazu gehörten TV-Shows von CBS, Musikvideos von Sony BMG und Nachrichten von ITN. Google werde die Pläne an diesem Freitag vorstellen. Bezahlt werden die Videos dem Bericht zufolge pro Download.

Die angebotene Software werde hingegen für den Nutzer kostenlos sein. Die Google-Unternehmenssprecherin Eileen Rodriguez wollte den Artikel nicht kommentieren. Sie sagte lediglich, dass Google-Gründer Larry Page auf seiner CES-Keynote am heutigen Freitagabend einige interessante Dinge präsentieren werde.

Vor wenigen Monaten hatte bereits Apple  einen Video-Download-Dienst für den Video-iPod eingerichtet. Die Inhalte liefern die Sender ABC und NBC Universal, die Kosten pro Film betragen 1,99 Dollar.

Auf dem Unterhaltungssektor will nun auch der Chiphersteller Intel  mit Google kooperieren. In die neue Unterhaltungsplattform soll die Suchtechnologie von Google speziell für die Suche nach Video-Material im Internet integriert werden.

Nutzer der "Viiv"-Produkte von Intel sollen durch die Kooperation die Möglichkeit erhalten, Videos zu suchen, zu verwalten und auf ihren Fernsehern oder tragbaren Geräten anzuschauen. Finanzielle Einzelheiten zur Zusammenarbeit wurden nicht bekannt.

"Mit der Explosion der Auswahl an digitaler Unterhaltung werden die Verbraucher einfache, leichte Wege benötigen, die gewünschten Inhalte zu finden und abzuspielen, wann sie es wollen", erklärte Kevin Corbett, Vize-Präsident der Intel-Sparte für digitale Heimunterhaltung.

Warum Google mit Motorola kooperiert

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Die Verbindung mit Google ist Teil einer breiter angelegten Strategie Intels, vom Chiphersteller zu einem der führenden Anbieter digitaler Heimunterhaltung zu expandieren.

Intel-Chef Paul Otellini kündigte am Donnerstag eine Reihe neuer Produkte und Partnerschaften an - unter anderem auch mit der Internetsparte AOL  von Time Warner. Mit seinen Produkten der Marke "Viiv" will Intel PCs in Zentren für die Heimunterhaltung umwandeln.

Außerdem wurde bekannt, dass Google mit dem Handyhersteller Motorola  Internetinhalte auf Mobiltelefone bringen will. "Das Google-Logo wird zunächst in den kommenden drei Jahren auf dem Display von Motorola-Handys eingebunden und mit einem Klick erreichbar sein", sagte Google-Europa-Chef Nikesh Arora dem "Handelsblatt".

Darüber hinaus würden die Unternehmen noch im Laufe dieses Jahres "mobile Dienste mit lokalen Inhalten in Europa anbieten", sagte Arora weiter. Solche Dienste, mit denen etwa Stadtpläne und Routenplaner auf das Handy geladen werden können, bietet Google bereits in Japan an.

Durch diese Angebote werden neue Formen lokaler Suchabfragen und lokal bezogener Werbung möglich. Der Kooperation mit Motorola wird vor allem wegen des Wachstums des Handymarktes große Bedeutung beigemessen. So rechnet der Marktforscher Gartner für 2006 mit rund 850 Millionen verkauften mobilen Endgeräten, damit würden rund viermal mehr Mobiltelefone als PCs verkauft. Auch für den Internetzugang werden Handys immer wichtiger.

Der Google-Konkurrent Yahoo  überlässt die Handywelt seinem Rivalen jedoch keineswegs kampflos. Ab Freitag werde ein Angebotspaket mit Mail, Messenger, Kalender und News auf einer Serie von Nokia -Handys in zehn Ländern automatisch installiert, erklärte das Unternehmen. Updates und neue Eintragungen würden von selbst zwischen Yahoo-Server und Handy synchronisiert.

Das Web-Portal macht bei dem Vorstoß in neue digitale Sphären allerdings nicht beim Handy halt. Yahoo Go TV ist eine weitere Anwendung, die das Unternehmen noch vor April auf den Markt bringen will. Sie solle unterhaltungsbezogene Angebote enthalten, die auf dem Fernsehbildschirm mittels einer PC-Verbindung erscheinen.

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