Matsushita Kapitulation vor Nokia

Der japanische Elektronikkonzern Matsushita stoppt einen Teil der Produktion von Panasonic-Mobiltelefonen der aktuellen Generation. "Wir haben nicht die Mittel, die Kapazität oder Ausdauer, um im GSM-Markt mit Firmen wie Nokia konkurrieren zu können", hieß es aus Unternehmenskreisen.

Tokio - Matsushita steigt aus der Produktion von Mobiltelefonen der aktuellen Generation für ausländische Märkte aus. Der Entschluss ist Teil eines Restrukturierungsplanes, bei dem mehr als 1000 Stellen in dem Bereich gestrichen werden.

Für die Restrukturierung werde das Unternehmen rund zehn Milliarden Yen (etwa 70 Millionen Euro) ausgeben. Unter anderem sollen Werke auf den Philippinen, den USA und Tschechien geschlossen oder künftig anders genutzt werden. Das kündigte der Hersteller von Panasonic-Geräten am Freitag an. Analysten begrüßten die Ankündigung. Der Schritt sei längst überfällig, hieß es.

Matsushita will die Produktion von Handys, die auf dem GPRS-Standard basieren, auslaufen lassen. Der Geschäftsbereich schreibt rote Zahlen. In den Kreisen hieß es, der Firma sei es nicht gelungen, dort eine solide Marktpräsenz zu erreichen. GPRS ist eine Weiterentwicklung des weltweit dominierenden Mobilfunkstandards GSM - Geräte der so genannten zweiten Mobilfunkgeneration, im Gegensatz zur dritten Mobilfunkgeneration UMTS.

"Wir haben nicht die Mittel, die Kapazität oder Ausdauer, um im GSM-Markt mit Firmen wie Nokia  konkurrieren zu können", hieß es in den Kreisen. Das Unternehmen investiere besser in neue Technologien der nächsten Mobilfunkgeneration. Man werde dann mit rentablen Geräten am Markt sein, wenn die neue Technologie in einigen Jahren mehr nachgefragt werde. Japan zählt bereits heute zu den am weitesten entwickelten Mobilfunkmärkten: bereits 46 Prozent der Handy-Kunden nutzen die UMTS-Technik.

Eine Produktionsanlage in Großbritannien sowie eine chinesische Fabrik werde sich auf UMTS-Produkte konzentrieren, teilte das Unternehmen mit. Die neuen Mobiltelefone basieren auf dem Linux-Betriebssystem, das frei bezogen werden kann. Existierende Modelle will das Unternehmen weiter verkaufen und auch entsprechende Dienstleistungen dafür anbieten.

Die Überholung der Mobilfunk-Sparte zählt zu den wichtigen verbliebenen Aufgaben bei Matsushita, das vergangenes Jahr eine große Restrukturierung abgeschlossen hat. Seitdem hat sich die Ergebnissituation deutlich verbessert. Auch seine Unterhaltungselektronik-Tochter, Victor Co. of Japan (JVC), muss das Unternehmen noch rentabel machen.

In Japan teilt sich Matsushita auf dem Mobilfunkmarkt mit dem heimischen Konkurrenten NEC  den zweiten Platz: Beide Unternehmen kamen nach Angaben des Marktforschungsinstituts MM Research im Quartal von April bis September auf 15,7 Prozent. In Europa und Asien liegt der Marktanteil von Matsushita jedoch bei unter einem Prozent, in den amerikanischen Markt ist das Unternehmen gar nicht eingestiegen.

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