Bertelsmann Mehr Umsatz, weniger Gewinn

Der Gütersloher Medienkonzern hat in den ersten neun Monaten bei höherem Umsatz weniger verdient. Grund für den Rückgang sind geringere Verkaufsgewinne und hohe Restrukturierungskosten im Musikbereich und im Club-Geschäft.

Gütersloh - Während die Erlöse bei Bertelsmann um 2,7 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro zulegten, sank der Überschuss auf 475 Millionen Euro von 521 Millionen Euro vor einem Jahr.

Grund für den Rückgang seien unter anderem geringere Sondereinflüsse - etwa Veräußerungsgewinne - als im Vorjahr gewesen sowie Restrukturierungsausgaben von 134 Millionen Euro im Musikbereich und im Club-Geschäft, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Gütersloh mit.

Im dritten Quartal selbst legte Bertelsmann bei Gewinn und Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich zu. "Strategische Akquisitionen haben das Wachstum bei Bertelsmann forciert", hob Finanzvorstand Siegfried Luther hervor. Alle Unternehmensbereiche mit Ausnahme der Musiksparte BMG hätten zu den Ergebnisverbesserungen beigetragen. BMG setze auf das Weihnachtsgeschäft.

Die Erlöse stiegen im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,5 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro, das operative Ergebnis um 21,8 Prozent auf 263 Millionen Euro. Auch der im Neumonats-Vergleich rückläufige Überschuss lag mit 251 Millionen Euro über den vorherigen Quartalen in diesem Jahr. Im dritten Quartal 2004 hatte der Überschuss noch 75 Millionen Euro betragen.

4,2 Milliarden Euro Schulden

Das operative Ergebnis legte in den ersten neun Monaten auf 907 (812) Millionen Euro zu. Bertelsmann bekräftigte seine Prognose für 2005, wonach eine weitere Umsatz- und Gewinnsteigerung gegenüber 2004 erwartet wird.

Der Vorstand des Gütersloher Medienriesen hatte 2005 eifrig zugekauft: Bertelsmann verstärkte etwa sein Fernsehgeschäft mit dem russischen Sender Ren TV sowie der vollständigen Übernahme des britischen Senders Five, kaufte Anteile des WAZ-Konzerns an RTL, den DVD-Versender Columbia House und die Buchhandelskette Privat. Zudem kaufte Bertelsmann den "Auto Motor Sport"-Verlag Motor-Presse mehrheitlich. In den ersten neun Monaten investierte Bertelsmann insgesamt 2,3 Milliarden Euro nach 588 Millionen Euro im Vorjahr.

Die Finanzschulden erhöhten sich angesichts der Investitionen auf 4,2 Milliarden Euro von 2,6 Milliarden Euro zu Jahresbeginn. Die Zukäufe ließen auch die Zahl der Mitarbeiter deutlich steigen: Der Konzern beschäftigte per Ende September weltweit 84.984 Menschen. Zum Jahresende 2004 waren es noch 76.266 Beschäftigte gewesen.