Google/Yahoo Kampf um Handykunden

Die großen Suchmaschinen- und Portalanbieter Google und Yahoo buhlen um Mobiltelefonierer. Während Google seine Kartensuchdienste für das Handy ausbaut, plant Yahoo zusammen mit Nokia und einem anderen Partner ein Multimediatelefon.

New York - Das Yahoo-Mobiltelefon soll zusammen mit dem Telekommunikationsunternehmen SBC angeboten und von Nokia  hergestellt werden, schreibt das "Wall Street Journal" (WSJ). Es solle im kommenden Jahr zu einem Preis zwischen 200 und 300 US-Dollar angeboten werden. Die Wirtschaftszeitung beruft sich in seinem Bericht auf SBC-Manager.

Von Yahoo  liegt bisher keine Bestätigung der Details vor. "Die Idee, wesentliche Yahoo-Services aktuell für den PC auf andere Geräte wie Handys zu bringen, hat einen riesigen Vorrang in unserem Unternehmen", sagte eine Sprecherin nur allgemein. Dem Pressebericht zufolge soll das neue Gerät Yahoo-Kunden in die Lage versetzen, ihr Onlinekonto mit neuen mobilen Diensten zu verbinden. Das Handy solle über einen MP3-Player sowie eine Kamera verfügen.

Der Suchmaschinenbetreiber Google  wiederum wolle einige seiner Serviceangebote für Mobilfunktelefone ausweiten, berichtet die Zeitung. Ab sofort biete der Suchmaschinenbetreiber für weitere Handymodelle einen kostenlosen mobilen Zugang zum Satellitenkarten-Service "Google Maps" an. Dies betreffe etwa 100 Modelle. In den USA hatte Google bereits im vergangenen Jahr Handynutzern einen Suchergebnisdienst per SMS angeboten.

Die mobile Nutzung von Internetinhalten auf dem Handy war in den vergangenen Jahren vor allem wegen geringer Netzleistung nur eingeschränkt möglich. Mit neuen Gerätegenerationen und leistungsfähigeren Netzen wollen die Web-Dienstleister nun einen lukrativen Markt öffnen. Die Entwicklung neuer Handydienste werde derzeit vor allem dadurch angetrieben, dass die weltweite Verbreitung von Mobiltelefonen in vielen Nationen die von PCs übersteigt, zitiert das "WSJ" einen Google-Manager.

Auch Apple  bietet seit September gemeinsam mit dem Handyhersteller Motorola  ein Handy an. Das ROKR getaufte Gerät soll die Vorzüge eines Mobiltelefons mit denen des iPod verbinden und benutzt die Apple-Software iTunes. Der Absatz bisher ist mäßig - Analysten berichten zudem, ungewöhnlich viele Kunden tauschten das Musiktelefon enttäuscht um.

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