Handytarife Billiger telefonieren mit Aldi

Der Discounter Aldi will mal wieder zu den günstigsten Anbietern gehören - auch in neuen Geschäftsfeldern. So plant das Unternehmen offenbar einen Mobilfunktarif in Höhe von 9,9 Cent pro Minute – rund acht Cent weniger als der derzeit preiswerteste Tarif von Blau.de.

München - Der Discounter Aldi will offenbar mit eigenen Billigtarifen in den deutschen Mobilfunkmarkt einsteigen. Wie die Zeitung "Euro am Sonntag" unter Berufung auf Branchenkreise am Freitag vorab berichtete, strebt die Supermarktkette einen Minutentarif von 9,9 Cent an. "Aldi spricht derzeit mit allen Anbietern der Branche, um einen entsprechenden Tarif auf den Markt zu bringen", zitiert die Zeitung den Vorstand eines Mobilfunkanbieters.

Wie das Blatt weiter berichtet, plant auch Aldi-Konkurrent Lidl ein ähnliches Angebot. Sollte es den Discountern gelingen, einen Minutentarif unter der magischen Zehn-Cent-Marke anzubieten, würde dies einen neuen Preiskampf unter den Billiganbietern einläuten.

Sprecher der deutschen Mobilfunkunternehmen wollten entsprechende Gespräche mit den Discountern am Freitag nicht bestätigen. Solche Gerüchte tauchten seit einiger Zeit immer wieder auf, erklärte E-Plus-Sprecherin Catrin Glücksmann. Die Sprecher verwiesen darauf, dass bei den Marken und Tarifen auf dem deutschen Markt derzeit einiges in Bewegung sei.

Die Branche sei allerdings skeptisch, ob es Aldi und Lidl in absehbarer Zeit schaffen, einen 9,9-Cent-Tarif durchzudrücken. "Das würde sich nur rechnen, wenn man entsprechend hohe zusätzliche Gebühren verlangt", wird ein Mobilfunk-Vorstand zitiert.

Mit einem Minutenpreis von 9,9 Cent würde Aldi deutlich unter den Angeboten der Mobilfunkdiscounter Simyo, Blau.de und Klarmobil liegen. Blau.de bietet derzeit einen Minutentarif von 17,9 Cent in alle deutschen Netze, bei Simyo zahlt der Kunde 19 Cent pro Minute in alle Netze. Kunden von Simyo und Blau.de telefonieren über das Netz der KPN-Tochter E-Plus.

Was bieten die anderen?

Was bieten die anderen?

Klarmobil, eine Tochter der Büdelsdorfer Mobilcom , verlangt 18 Cent die Minute. Die Klarmobil-Kunden telefonieren über das Netz der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile. Der dänische Telekommunikationskonzern TDC mit seiner Marke Eaysmobile will ebenfalls das Netz des Marktführers nutzen. Das Angebot von TDC soll noch in diesem Jahr in Deutschland starten.

T-Mobile und dessen wichtigster Wettbewerber Vodafone  konkurrieren mit fast deckungsgleichen Angeboten: Mit im Voraus bezahlten Karten können die Kunden für 15 Cent pro Minute telefonieren. Allerdings gilt dieser Preis nur für Telefonate innerhalb des eigenen Netzes.

Der kleinste deutsche Mobilfunkanbieter O2 bietet seit rund einem Jahr gemeinsam mit dem Kaffeeröster Tchibo einen Einheitstarif von mittlerweile 25 Cent die Minute an. Allerdings erhalten die Kunden anders als bei den Discountern auch subventionierte Handys.

Derzeit bastelt noch ein gutes Dutzend weiterer Firmen an Plänen für den Einstieg in das Mobilfunkgeschäft. Neben den Discountern sollen sich auch der Medienkonzern Bertelsmann, Onlineanbieter wie United Internet  sowie Rewe, Tui , der ADAC und Tankstellenketten in Gesprächen mit den Netzbetreibern befinden.

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