Hewlett-Packard Personell schrumpfen, strukturell wachsen

Erst kürzlich hatte der amerikanische Computer- und Druckerkonzern beschlossen, 10 Prozent seiner weltweit 145.000 Stellen abzubauen. Jetzt kündigte HP-Chef Mark Hurd an, durch gezielte Zukäufe vor allem im Bereich Computer wachsen zu wollen.

Frankfurt - Der amerikanische Computer- und Druckerkonzern Hewlett-Packard  (HP) will weiter gezielt auf Einkaufstour gehen. "Wir werden auch künftig zukaufen, aber nur, um schon bestehende Angebote auszubauen oder zu verbessern", sagte Vorstandschef Mark Hurd der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagausgabe).

Hurd wolle die Chancen nutzen, die nach seiner Ansicht heute schon im Konzern stecken. Zum Beispiel wolle er bei Speicherrechnern Wettbewerbern wie EMC oder Network Appliance  nicht das Feld überlassen - und machte laut "FAZ" deutlich, dass vor allem in diesem Bereich Zukäufe möglich sind: "Die zu speichernde Datenmenge steigt. Speicherrechner gehören ganz natürlich zu einem Angebot von Servern dazu. Wir müssen und werden auf diesem Gebiet wettbewerbsfähig bleiben."

Zugleich kündigte Hurd an, die Eigenverantwortung der Sparten weiter zu stärken. Die Kosten sollten sinken, aber am Vertrieb, an der Forschung und Entwicklung werde nicht gespart, sagte er. "Wir müssen einige Schwierigkeiten beseitigen. Aber wir werden dies in einer verantwortungsvollen Weise tun", so Hurd mit Blick auf die von ihm veranlassten Umstrukturierungen.

Die Aufspaltung ist vom Tisch

Mitte September Hatte HP angekündigt, bis 2008 weltweit 15.000 Stellen streichen zu wollen, davon 6000 in Europa. In Deutschland sollen 1500 Arbeitsplätze der Sparmaßnahme zum Opfer fallen.

Schon Mitte der Woche war bekannt geworden, dass Hurd die von einigen Analysten empfohlene Abspaltung der Druckersparte nicht vorantreiben wird. HP will an seiner jetzigen Unternehmensstruktur festhalten. Ein Spin-Off verursache deutlich mehr Kosten, sagte Hurd. Es sei nicht plausibel, dass ein aufgespaltenes Unternehmen einen größeren Wert schaffe.

Stattdessen wolle er dem PC-Geschäft, das dem größten Wettbewerbsdruck ausgesetzt ist, innerhalb der Gruppe mehr Raum geben, um zu wachsen. "Wir müssen sicher stellen, dass das Drucker-Geschäft nicht andere Bereiche finanzieren muss", so Hurd weiter.

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