Datensicherung Wasserdichte Lösung

Datenausfallsicherheit und -verfügbarkeit sind speziell im Bankenumfeld von immenser Bedeutung. Aber auch Kreditinstitute müssen sparen. Wie beides zusammen geht, zeigt die Raiffeisenlandesbank Kärnten.
Von Sabina Merk

Hamburg - Lange Lebensdauer der Laufwerke und Medien bei einer ausreichend großen Datentransferrate sowie geringe Störanfälligkeit bei überschaubaren Kosten - so lauteten die Vorgaben der Raiffeisenlandesbank Kärnten, als es darum ging, die bis Ende 2003 eingesetzten Backup- und Datensicherungstechnologien DAT, TR-4 beziehungsweise LTO abzulösen. DAT galt als veraltet und zu störanfällig, das technologisch hochwertige LTO als zu kostspielig.

Nach einer ausgiebigen Evaluierungs- und Testphase fiel die Entscheidung für die VXA-2 Tape Drives des Backup-Spezialisten Exabyte - und damit für das Bundle, das von IBM als erstem großen Anbieter gemeinsam mit ihren eServern xSeries 235 bereitgestellt und vertrieben wurde.

"Ausschlaggebend war das attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis der VXA-2 Tape Drives sowie deren einfache Bedienbarkeit und hohe Zuverlässigkeit. Die Kapazität der ebenfalls sehr robusten Bänder mit 80 Gigabyte sowie rund 20.000 mögliche Schreibzyklen entsprachen genau unseren Anforderungen", erläutert Hellmut Maggauer, Verantwortlicher für Einkauf, Verkauf und Service. "auch hatten sich die bisher verwendeten Bandtechnologien als störanfällig erwiesen. Daher sollte besonders die Zahl der erforderlichen Serviceeinsätze verringert werden."

Die Vorteile der VXA-2-Technologie: Die verwendete Aufzeichnungstechnik 'Discrete Packet Format' schreibt Daten in kleinen Paketen auf die Bänder. Jedes Paket wird nicht nur von einem, sondern jeweils vier Köpfen gelesen und in einen Puffer geschrieben, wo die Pakete in der korrekten Reihenfolge mit ihrer einzigartigen Adresse zusammengesetzt werden. Diese Technik, auch OverScan Operation genannt, verringert Lesefehler.

Herkömmliche Bandtechnologien dagegen schreiben Bytes von Daten auf eine dünne Spur. Dies erfordert eine extrem präzise Kopf-Band-Ausrichtung. Wird das Laufwerk gedehnt oder ist es abgenutzt, kann die verzerrte Kopf-Band-Ausrichtung Lesefehler verursachen. Außerdem lässt sich dank der variablen Geschwindigkeit des VXA Packet Drives die Geschwindigkeit des Bandlaufwerks an die Datenübertragungsrate des Servers anpassen.

Sobald der Server die Datenübertragung beendet, senkt VXA die Geschwindigkeit in den 'Ready Modus' ab und wartet auf die nächste Datenübertragung, ohne die Richtung des Bands zu ändern. Eine geringere Bandabnutzung ist die Folge.

Zweimonatige Pilotphase

Zweimonatige Pilotphase

Nach erfolgter Evaluierung und ausgiebigen Tests der in Frage kommenden Systeme war im September 2003 die Entscheidung für VXA-2 gefallen. Im Oktober startete die Pilotphase, in der das Bundle zwei Monate lang im Praxiseinsatz bei einer Bankfiliale lief. Nach erfolgreichem Abschluss wurden die Server zunächst im Rechenzentrum assembliert und mit der entsprechenden Software aufgesetzt.

Im Anschluss daran wurden sie an ihren jeweiligen dezentralen Einsatzorten - rund 70 Hauptgeschäftsstellen - in Betrieb genommen. Ab dem ersten Quartal 2004 konnten die Kärntner Raiffeisenbanken mit den Servern und der auf ihnen bereitgestellten VXA-2 Bandtechnologie arbeiten.

Die VXA-2 Tape Drives kommen bei allen dezentralen Bankservern in den Hauptgeschäftsstellen sowie bei kleineren zentralen Servern im Rechenzentrum zum Einsatz. Die an den fünf Werktagen stattfindende Gesamtsicherung umfasst zum Beispiel Betriebssystemdaten, Benutzerdaten sowie alle Bankdaten. Die bankrelevanten Daten wie Zahlungsbelege oder Unterschriftsproben werden zusätzlich auf WORM (Write Once Read Many)-Datenträgern, das heißt nur einmal beschreibbaren Medien, zentral archiviert. Lediglich die Benutzerdaten werden nur mit Hilfe der VXA-Backup-Technologie gesichert.

Systemraum unter Wasser

Die für das Backup verantwortlichen Mitarbeiter benötigen nur wenige Minuten täglich, um die Medien im Bandlaufwerk zu wechseln. "Bisher zeichneten sich die Tape Drives durch hohe Zuverlässigkeit aus. Die wenigen technischen Störungen, wie ein defektes Laufwerk oder fehlerhafte Bänder, konnten wir innerhalb kurzer Zeit beheben. Insgesamt laufen die Tape Drives sehr robust und das Feedback der zuständigen Mitarbeiter in Bezug auf deren Handhabung und Bedienbarkeit ist rundweg positiv", resümiert Hellmut Maggauer.

Im Sommer 2004 trat der Ernstfall ein: Der Systemraum einer Raiffeisenbank stand auf Grund eines heftigen Unwetters unter Wasser. Der Server und die Festplatten waren durch das Hochwasser unbrauchbar geworden. Eine schnelle Desaster Recovery war nun also gefragt.

Und hier bewährten sich die standardmäßig unter Extrembedingungen getesteten VXA-2 Tape Drives: Die aufgezeichneten Daten waren trotz des Wasserschadens lesbar und die Bank konnte ihre Arbeit ohne Datenverlust nach zwei Stunden wieder aufnehmen. "Die bei uns seit März eingesetzte Technologie hat unsere Erwartungen voll und ganz erfüllt. Wir rechnen mit einer Amortisation der Gesamtkosten von rund 700.000 Euro bis Ende 2006", sagt Hellmut Maggauer abschließend.

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