Microsoft Neue Runde im Browserkrieg

Der Internet Explorer ist in die Jahre gekommen. Seit Einführung der Version 6.0 vor vier Jahren wurden lediglich Pflaster für Sicherheitslücken und ein Werbeblocker geliefert. Mit Mozilla und Opera drängt neue Konkurrenz auf den Browsermarkt. Der Explorer 7.0 soll die Wettbewerber zurückdrängen.

Hamburg - Inzwischen sind die Microsoft-Entwickler mitten in der Arbeit am Internet Explorer 7 (IE 7). Die erste Testversion, die Beta 1, unterstützt bereits das Öffnen mehrerer Web-Seiten mit Hilfe von Registerkarten, auf Englisch "Tabs" genannt.

Diese Möglichkeit zum vereinfachten Umgang mit mehreren Web-Seiten hat sich beim Firefox und beim Opera-Browser bereits bewährt. Neben dem eigenen Dienst MSN unterstützt der neue Microsoft-Browser auch die Direktsuche über Google  oder Yahoo .

Weitere Funktionen werden wohl erst mit der Beta 2 kommen, die später in diesem Jahr zu erwarten ist. Beim Ausdruck einer Web-Seite schrumpft der Internet-Explorer den Inhalt so zusammen, dass nicht eine ansonsten leere Seite mit nur wenigen Zeichen ausgedruckt wird. Und die zukunftsträchtige RSS-Technik für das Abonnement von Web-Nachrichten wird ebenfalls über eine eigene Schaltfläche unterstützt.

Die meisten bemerkenswerten Verbesserungen betreffen die Web-Sicherheit des Explorer. Trotz der verstärkten Bemühungen von Microsoft  ist der Internet Explorer ein Angriffsziel von Hackern geblieben, die die hohe Verbreitung des Browsers mit einer Reichweite von rund 90 Prozent für ihre Attacken ausnutzen.

Gegen Hacker

Für den IE 7 wurde der Programmcode so geändert, dass alle Anforderungen für Daten aus dem Netz ("Requests") auf einen einzigen Punkt konsolidiert werden. Bislang gibt es noch mehrere Code-Abschnitte, die jeweils für den Mausklick auf einen Link, für eine Adresseneingabe oder für den Befehl "Datei, öffnen" zuständig sind, was die Sache fehleranfällig gemacht hat.

Mehr Sicherheit soll auch ein integriertes Tool gegen das "Phishing" bieten, das die Anwender vor verdächtigen Web-Seiten warnt, auf denen Betrüger persönliche Daten zu sammeln versuchen. Dabei kann der Anwender einen Abgleich mit einer Roten Liste von "Phishing"-Sites veranlassen, die auf einem Microsoft-Server ständig aktualisiert wird. Zum Schutz persönlicher Daten soll es auch die Möglichkeit geben, mit einem einzigen Mausklick alle "Cookies" mit eventuell gespeicherten Passwörtern, den "Verlauf" mit der Liste der besuchten Web-Sites und andere Daten zu löschen.

Der Internet Explorer 7 setzt voraus, dass auf dem Computer Windows XP mit dem Service Pack 2 installiert ist. Die fertige Version wird für Anfang nächsten Jahres erwartet. Sie wird auch Teil des neuen Betriebssystems Windows Vista sein, mit dem gegen Ende 2006 gerechnet wird.

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