Siemens-Handys BenQ fährt zweigleisig

Nach der Übernahme der Siemens-Handysparte setzt BenQ im Mobilfunkgeschäft auf eine Doppelstruktur. Zwei "Produkthäuser" sollen sich getrennt voneinander um die Märkte in Asien und den westlichen Ländern kümmern, um den unterschiedlichen Anforderungen Rechnung zu tragen.

Hamburg - Der taiwanesische Elektronikkonzern BenQ  will seine Handysparte nach dem Kauf des Mobilfunkgeschäfts von Siemens  anders organisieren als bisher erwartet. Die Sparte soll künftig in zwei Bereiche aufgeteilt werden, berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf eine Mitteilung an die Mitarbeiter.

Entwicklung, Einkauf und Logistik sollen weiterhin getrennt erfolgen, bestätigte Stefan Müller von Siemens gegenüber manager-magazin.de. Dazu gründe BenQ zwei so genannte "Produkthäuser", die jeweils verantwortlich seien für den asiatischen und den westlichen Markt.

"Das heißt aber nicht, dass in Europa entwickelte Produkte nur hier zu Lande verkauft werden oder umgekehrt", stellte Müller klar. Denn Marketing und Vertrieb sollten auf jeden Fall zusammengefühert werden.

Die beiden Organisationen sollten Kosten, Qualität und Produktangebot selbst an die regionalen Bedürfnisse anpassen und verantworten, zitiert die "FTD" aus dem Mitarbeiterbrief. BenQ wolle das Geschäft damit "flexibler, schlagkräftiger und insgesamt wettbewerbsfähiger" führen.

Im Vordergrund der Fusion stehe nicht, Kosten zu senken, sondern die Stärken beider Marken zu nutzen und intelligent zu verbinden. Über die Zukunft der Produktion sei noch keine Entscheidung getroffen worden.

Wie manager-magazin.de erfuhr, waren die Pläne von BenQ in der Deutschlandzentrale noch nicht bekannt. In Taiwan war für eine Stellungnahme bis zum Nachmittag niemand zu erreichen.

BenQ hatte die defizitäre Handysparte Anfang Juni von Siemens übernommen. Der Elektronikkonzern fertigt Handys sowohl für Drittfirmen wie Motorola , vermarktet die Geräte aber auch unter eigenem Namen.

Allerdings lag der Absatz von BenQ-Geräten mit 230.000 im vergangenen Quartal unter den Erwartungen. BenQ produzierte 2004 etwa 20 Millionen Handys, Siemens rund 50 Millionen.