DeTeWe Röchling verkauft TK-Spezialisten

Die Mannheimer Röchling-Gruppe verkauft den 1899 gegründeten Telefonanlagenspezialisten DeTeWe an den kanadischen Astra-Konzern für 35 Millionen Euro. Nach Rheinmetall und Frankotyp Postalia trennt sich Röchling damit von einem weiteren Fremdgeschäft.

Berlin - Der traditionsreiche Berliner Telefonanlagenspezialist DeTeWe hat einen neuen Eigentümer. Der kanadische Aastra-Konzern kauft das operative Geschäft für rund 35 Millionen Euro von der Mannheimer Röchling-Gruppe, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Die Übernahme soll im dritten Quartal abgeschlossen sein.

Röchling will sich nach dem Verkauf vollständig auf die Kunststofftechnik konzentrieren. Das Unternehmen, das sich seit den 80er Jahren in den verschiedensten Branchen versuchte, zog Mitte der 90er Jahre die Notbremse und trennte sich von zahlreichen Beteiligungen. Zuletzt verkaufte Röchling seine Anteile an dem Wehrtechnikkonzern Rheinmetall und an dem Frankiermaschinenspezialisten Frankotyp Postalia.

Auch die 1899 gegründeten Deutschen Telephonwerke, die Röchling 1989 erwarb, standen seit dem vergangenen Jahr auf der Trennungsliste. Trotz eines umfangreichen Umbaus sank der Gewinn von DeTeWe im vergangen Jahr von 22 auf 15 Millionen Euro, der Umsatz gab um 8 Prozent nach. Das Unternehmen sei auf lange Sicht zu klein, um Markt bestehen zu können, begründete Röchling den Verkauf. Zudem hätten Marktentwicklungen und eigene Schwächen DeTeWe mit voller Wucht getroffen

Mit dem international tätigen Aastra-Konzern könne DeTeWe über den deutschen Markt hinaus stärker in Europa aktiv werden, hieß es. Diese Perspektive bestätige die Einschnitte des vergangenen Jahres, sagte Vorstand Reinhard Volk.

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