Know-how-Diebstahl Kupfert Infineon ab?

Jetzt wird es ernst für Infineon. Im Rechtsstreit mit dem israelischen Hightech-Unternehmen GPT beginnt die entscheidende Phase. GPT wirft Infineon vor, die Chiptechnologie der israelischen Firma widerrechtlich in Infineon-Produkte eingebaut zu haben. Der deutsche Chiphersteller bestreitet dies.

Frankfurt am Main - Der Chef der israelischen Firma Green Power Technologies (GPT), Eitan Cohen, gibt nicht auf. Bereits 2003 hat er ein Gerichtsverfahren vor dem Münchener Landgericht gegen Infineon  angestrengt. Er beschuldigt den Konzern, Vertraulichkeitsvereinbarungen gebrochen und die GPT-Chiptechnologie widerrechtlich in Infineon-Produkte eingebaut zu haben.

Mit der Vorlage eines Expertengutachtens geht der Prozess nun laut "Süddeutsche Zeitung" noch in diesem Monat in die entscheidende Phase. Infineon wies die Vorwürfe erneut als unbegründet zurück.

GPT habe die Baupläne für die selbst entwickelten Chips für Netzteile von Computern und anderen elektronischen Geräten bei Verhandlungen mit Infineon über eine Partnerschaft offengelegt, klagt Cohen laut der Zeitung. Infineon habe die Verhandlungen danach abrupt abgebrochen, wenig später aber ein "auffallend ähnliches" Produkt auf den Markt gebracht, obwohl der Konzern vorher nicht über ein vergleichbares Produkt verfügt habe, und damit gegen eine Vertraulichkeitsvereinbarung verstoßen. Die sogenannten "Integrated Circuit Controller" sollen die Geräte kleiner und effizienter machen.

GPT fordert von Infineon Schadenersatz. Kommen die Israelis mit diesen Forderungen durch, könnte das für Infineon teuer werden. Bei dem Rechtsstreit geht es dem Blatt zufolge um ein Marktvolumen von einigen hundert Millionen Dollar.

Ein Angebot von Infineon, den Streit gegen eine Zahlung von einer Million Dollar beizulegen, habe GPT abgelehnt, sagte Cohen der Zeitung. "Wir sollten für ein Taschengeld schweigen."

GPT war im Jahr 2000 von Mitarbeitern der Ben-Gurion-Universität in Israel gegründet worden. An dem Unternehmen hatte sich unter anderem der Risikokapitalgeber Formula Ventures beteiligt.

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