Infineon Chipplattform mit Kostensenkungspotenzial

Infineon will preiswerte Mobiltelefone noch günstiger machen. Mit einer speziellen Chipplattform sollen die Hersteller ihre Produktionskosten für Billig-Handys um bis zu 50 Prozent reduzieren können.

München - Der Chiphersteller Infineon  hat eine Chipplattform speziell für preiswerte Handys entwickelt. Mit der neuen Plattform könnten die Herstellkosten einfacher Handys, mit denen man nur telefonieren und SMS-Kurzmitteilungen verschicken kann, auf 20 Dollar von derzeit 35 Dollar fast halbiert werden, teilte Infineon am Mittwoch mit.

"Zum Telefonieren sowie zum Empfang und Versand von SMS-Nachrichten benötigt ein Mobiltelefon mit Infineons neuem Plattformdesign weniger als 100 elektronische Komponenten - im Gegensatz zu bisher etwa 150 bis 200", hieß es. So können Handyhersteller ihre Entwicklungszeiten verkürzen und die Produktionskosten senken. Die neue Plattform soll ab dem ersten Quartal in die Serienproduktion gehen, so dass damit ausgerüstete Mobiltelefone wenige Monate später in den Handel kommen könnten.

Finanzielle Details nannte Infineon nicht. Das US-Marktforschungsinstitut Strategy Analytics gehe aber davon aus, dass 2010 weltweit mehr als 150 Millionen solcher Einfach-Handys mit einem Großhandelspreis unter 50 Dollar verkauft werden.

Es gebe derzeit 1,8 Milliarden Handynutzer weltweit, in Gebieten mit Mobilfunkabdeckung lebten aber 3,5 Milliarden Menschen, hieß es bei Infineon. Mit den preiswerten Handys könnten neue Märkte in Afrika, Osteuropa, Südamerika oder China erschlossen werden. Diese Mobiltelefone böten sich auch als Zweit- oder Dritthandy an.

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