Mobilcom/Freenet Grenz überkreuz mit Großinvestor?

Thorsten Grenz wird Mobilcom verlassen - in bestem Einvernehmen, wie das Unternehmen unermüdlich betont. Hinter den Kulissen aber soll es Zoff um die Strategie des Großinvestors Texas Pacific Group geben.

Büdelsdorf - Mobilcom-Chef Thorsten Grenz verlässt das Unternehmen offenbar nicht im Groll. Das Ausscheiden zum 31. August erfolge im "besten Einvernehmen", dementierte ein Unternehmenssprecher am Montag auf Anfrage entsprechende Presseberichte.

Die Gründe nannte er mit Verweis auf ein im Auflösungsvertrag vereinbartes Stillschweigen nicht. Mehrere Zeitungen hatten unter Berufung auf Aufsichtsratsmitglieder berichtet, der Rückzug von Grenz sei auf Uneinigkeiten mit der Großaktionärin Texas Pacific Group (TPG) zurückzuführen.

Der US-Finanzinvestor plane hohe Dividenden und wolle diese möglicherweise durch Kredite finanzieren. Dies hat Grenz den Berichten zufolge nicht mittragen wollen. Über Ausschüttungen an die Aktionäre sei im Aufsichtsrat nicht diskutiert worden, sagte der Mobilcom-Sprecher. Hierüber entscheide grundsätzlich die Hauptversammlung. Mobilcom  und Freenet  hatten sich am Freitag auf eine Fusion geeinigt.

Bonbon für die Aktionäre

Eckhard Spoerr will die hohe Liquidität des Unternehmens zügig nutzen und erwägt dabei eine Ausschüttung an die Aktionäre. Wie Spoerr der "Süddeutschen Zeitung" sagte, werden durch die Fusion stille Reserven aufgedeckt, die unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei ausgegeben werden könnten. Laut Spoerr verfügt Mobilcom/Freenet über freie Mittel in Höhe von 300 Millionen Euro. "Damit muss man etwas machen."

An der Frankfurter Börse kletterten Mobilcom und Freenet.de jeweils auf Jahreshochs. Gegen 10.50 Uhr lagen Mobilcom bei 19,72 Euro um 5,6 Prozent im Plus, Freenet.de verbesserten sich um 5,3 Prozent auf 22,67 Euro. Ein halbes Jahr lang sei nun über die Verschmelzung der Unternehmen spekuliert worden, jetzt folge der Kurs dem Event, hieß es im Handel. Analysten sahen den fairen Wert des neuen Unternehmens aufgrund der interessanten steuerlichen Situation mindestens 15 Prozent über der aktuellen Bewertung an der Börse.

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