Ebay-Abzocke Ein Betrüger, viele Namen

Die Masche war simpel, aber effizient: Mit Hilfe von Datensätzen aus seiner Kundendatei legte sich ein mutmaßlicher Betrüger bei Ebay Identitäten zu und verkaufte Elektroartikel, die es gar nicht gab. In sechs Monaten prellte der Mann unter zwölf verschiedenen Decknamen mindestens 70 Kunden um 25.000 Euro.

Bad Pyrmont - Ein mutmaßlicher Internetbetrüger aus Bad Pyrmont sitzt in Untersuchungshaft. Der 24-Jährige habe Ebay-Kunden im ganzen Bundesgebiet betrogen, sagte ein Polizeisprecher.

Der frühere Inhaber eines Mobilfunkladens soll eine Reihe seiner Kunden ohne deren Wissen bei Ebay angemeldet haben. Die Zahl der Betroffenen gab der verantwortliche Bad Pyrmonter Kriminalhauptkommissar Ulrich Mathies gegenüber manager-magazin.de mit etwa 70 an, den Gesamtschaden aus den Einzelfällen schätzt er auf etwa 25.000 Euro.

Unter fingierten Namen versteigerte der mutmaßliche Betrüger elektronische Geräte, kassierte den Kaufpreis, lieferte aber die Waren nicht aus. Nacheinander hatte der nun Inhaftierte die Scheinidentitäten angenommen und die E-Mail-Adressen immer wieder geändert. Täglich meldeten sich neue Opfer. Der Mann war im Internet monatelang unter mindestens einem Dutzend falscher Namen aufgetreten.

Schon zu Beginn des Jahres war die Polizei auf den mutmaßlichen Betrüger aufmerksam geworden, die ersten Anzeigen gingen im Januar 2005 ein. Bis in den Mai hinein trieb der Mann den Angaben zufolge sein Unwesen, obwohl ihn die Polizei schon lange in Verdacht hatte. Eine Verhaftung zu einem früheren Zeitpunkt scheiterte dem Vernehmen nach an bürokratischen Hürden. "Ich bin froh, dass er jetzt in U-Haft sitzt", sagt Kriminalhauptkommissar Mathies.

"Ebay-Kunden sollten bei Verkäufern, die noch keine Bewertung haben, vorsichtig sein", rät Kommissar Mathies. "Sie sollten das Treuhandkonto oder Pay Pal benutzen", so Mathies weiter. Auch Meike Fuest, Pressesprecherin bei Ebay, mahnt die Kunden zur Vorsicht: "Vor allem bei Accounts ohne Historie sollte man misstrauisch sein."

Falls die gekaufte Ware nicht ankommt oder nicht der Beschreibung entspricht, können Nutzer auch den Käuferschutz in Anspruch nehmen. "Der Käuferschutz greift bis zu einem Betrag von 200 Euro", so Fuest gegenüber manager-magazin.de.

Im Lauf der Ermittlungen gegen den wegen anderer Gaunereien bereits im vergangenen Jahr zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilten Mann stieß die Polizei noch auf eine weitere Form von Serienbetrug. Der 24-Jährige habe mehreren Mobilfunkanbietern mindestens 180 fingierte Verträge mit nicht existierenden Handykunden zugeschickt und dafür Prämien kassiert, sagte der Sprecher. Den Gesamtschaden aus beiden Betrugsfällen beziffert die Polizei mit mindestes 75.000 Euro. Diese Summe wird aber wahrscheinlich noch steigen.

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