Billigtarife Mobilcom schlägt zurück

Dass sich Mobilcom nicht so einfach im Kampf um Kunden geschlagen gibt, war spätestens seit der Klage gegen die neue Billigmarke von E-Plus klar. Jetzt kontern die Büdelsdorfer mit einem eigenen Billigtarif, der das Simyo-Angebot sogar noch unterbietet.

Büdelsdorf - Der Mobilfunkprovider Mobilcom  hat mit einem Billigangebot auf den Start der Zweitmarke Simyo von E-Plus reagiert. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, erhalte der Kunde ab dem 1. Juli 2005 für einen Monatspreis von 19,80 Euro 200 Gesprächsminuten in alle nationalen Netze zu allen Tages- und Nachtzeiten.

Der Minutenpreis liegt damit bei 9,9 Cent und ist halb so hoch wie bei Simyo. Von der 201. Minute kostet die Minute 39 Cent. "Der 9,9-Cent-Tarif ist unsere Kampfansage an alle Discounter im deutschen Markt", sagte Marketingleiter Christoph Preuß.

E-Plus hatte Ende Mai seine Billigmarke Simyo gestartet und damit die deutsche Mobilfunkbranche in Aufruhr versetzt. Die deutschen Mobilfunkpreise liegen weit über dem europäischen Durchschnitt, was allerdings zum Teil mit den hohen Handysubventionen zusammenhängt.

Die Nutzer des Mobilcom-Billigtarifs erhalten kein Mobiltelefon bei Vertragsabschluss. Zudem verfallen die nicht genutzten Minuten zum Monatsende.

Die Preise werden weiter fallen

Mobilcom rechnet mit einem hohen Kundenzuspruch für sein neues Billigangebot. "Wir erwarten für dieses Jahr eine fünfstellige Kundenzahl für unseren 9,9-Cent-Tarif", sagte Vorstandschef Thorsten Grenz.

Allerdings will Grenz die Prognose für das Gesamtjahr nicht anheben. Er rechne weiterhin mit 4,8 Millionen Mobilcom-Kunden zum Jahresende. "Momentan gibt es keinen Grund, die Prognose zu ändern." Dies gelte auch für die Ergebniserwartung von einem Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 60 Millionen Euro.

Grenz rechnet mit einem weiteren Preiskampf der deutschen Mobilfunkanbieter: "Dass die Wettbewerber nachziehen werden, davon kann man ausgehen", sagte er. Grenz zeigte sich bereit, die Minutenpreise weiter zu senken. "Wenn der Markt es erfordert, weitere Schritte zu gehen, dann können wir das auch." Das Margenziel von 6 Prozent werde dadurch nicht gefährdet.

Den Start einer eigenen Zweitmarke plant Grenz vorerst nicht. "Die Produkte, die wir jetzt in den Markt stellen, gehören unter den Namen Mobilcom. Wir wollen das nicht auffasern." Allerdings schloss er eine Zweitmarke für die Zukunft nicht aus. "Es kann sein, dass es ein Segment gibt, das man besser mit einem anonymeren Produkt bedient."

Nach Einschätzung von Grenz sind zwischen 20 und 30 Prozent der deutschen Mobilfunkkunden bereit, auf einen Billiganbieter umzusteigen. "Deutschland ist das Land der Aldis und Lidls", sagte er.

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