Simyo-Streit E-Plus lenkt ein

Das Landgericht Düsseldorf hat ein Urteil weniger zu fällen: Nachdem E-Plus dem Serviceprovider Mobilcom verbesserte Konditionen angeboten hat, zieht dieser seine Klage zurück. Das von Mobilcom bereits angestrengte Verfahren bei der Regulierungsbehörde soll jedoch fortgesetzt werden.

Büdelsdorf/Düsseldorf - Der Mobilfunkanbieter E-Plus und der Serviceprovider Mobilcom  haben ihren Streit wegen der Billigmarke Simyo beigelegt. "Wir haben jetzt von E-Plus ein wesentlich verbessertes Angebot erhalten, das eine gute Verhandlungsgrundlage ist", sagte ein Mobilcom-Sprecher am Freitag. Die KPN-Tochter räumt den Serviceprovidern jetzt vergleichbare Konditionen wie der eigenen Billigmarke Simyo ein.

Nach Ansicht von Mobilcom hatte E-Plus der eigenen Billigmarke günstigere Konditionen als den Zwischenhändlern von Handyverträgen geboten und daher per Einstweiliger Verfügung einen Vermarktungsstopp beantragt. "Da zahlreiche unserer Forderungen berücksichtigt sind, haben wir uns entschlossen, die Angelegenheit vor Gericht für erledigt zu erklären", sagte der Sprecher.

Mit der Initiative habe Mobilcom dazu beigetragen, "dass günstige Tarife für alle Kunden möglich sind. Wir haben viel erreicht und den Wettbewerb im Sinne der Kunden gestärkt". Bei E-Plus war vorerst keine Stellungnahme erhältlich.

Das mit anderen Serviceprovidern angestrengte Verfahren bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) werde Mobilcom allerdings fortsetzen, um auch für die Zukunft zu verhindern, dass Serviceprovider schlechter gestellt würden als Tochtergesellschaften von Netzbetreibern. Das sei für einen funktionierenden Wettbewerb unerlässlich, sagte der Sprecher.

E-Plus bietet seit Ende Mai über die Zweitmarke Simyo Mobilfunkkarten (SIM-Karten) günstig über das Internet an. Der Minutenpreis von Simyo liegt bei 19 Cent und damit weit unter dem Durchschnittspreis.

Nach Angaben aus Branchenkreisen liegt der Kundenzuwachs bei der Billigmarke Simyo "deutlich" über den Erwartungen von E-Plus. Eine Simyo-Sprecherin wollte sich nicht dazu äußern. "Wir sind sehr zufrieden mit der starken Nachfrage und sehen uns in unserem Konzept bestätigt", sagte sie.

Simyo wird von einer eigenständigen Gesellschaft vertrieben, an der E-Plus mit 90 Prozent beteiligt ist. Die restlichen Anteile werden vom Simyo-Management gehalten. Das Unternehmen beschäftigt knapp 30 Mitarbeiter und hat seinen Sitz in Düsseldorf.