Mobilcom Die Konkurrenz im Keim ersticken

Der Mobilfunk-Provider Mobilcom geht juristisch gegen das Angebot der neuen E-Plus-Billigmarke Simyo vor. Mobilcom fühlt sich ungerecht behandelt, weil E-Plus seine Infrastruktur zu günstigeren Konditionen an Simyo weitergibt. In das gleiche Horn stößt Debitel. Nun sind Gerichte und Regulierungsbehörde gefragt.

Büdelsdorf - "Wir haben heute einen Antrag auf Einstweilige Verfügung an das Landgericht Düsseldorf geschickt, um den Verkauf zu stoppen", sagte ein Konzernsprecher am Mittwoch in Büdelsdorf und bestätigte damit einen Vorabbericht der "Wirtschaftswoche". Ein Gerichtssprecher bestätigte den Eingang der Einstweiligen Verfügung nicht.

Damit richte sich der Provider gegen eine Ungleichbehandlung durch E-Plus. Der Düsseldorfer Netzbetreiber müsse einem Diensteanbieter wie Mobilcom  seine Infrastruktur zu den gleichen Konditionen zur Verfügung stellen wie sie der Ableger Simyo offenbar erhalte. Ein E-Plus-Sprecher bezeichnete die Vorwürfe als unbegründet.

Die Zweitmarke Simyo, die rechtlich eine von E-Plus dominierte eigenständige Gesellschaft ist, vertreibt seit vergangener Woche Handykarten über das Internet. Der Minutenpreis für ein Telefonat beträgt 19 Cent. Nach Ansicht von Mobilcom hätte E-Plus aus Gründen der Gleichbehandlung alle Diensteanbieter vier Wochen vor dem Start über den Tarif informieren müssen. Zwar habe Mobilcom einen Vertragsentwurf mit einer neuen Tarifgestaltung erhalten, doch dieser enthalte viele unannehmbare Punkte, sagte der Sprecher.

Gleichzeitig schaltete Mobilcom die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post in Bonn ein. Einer Behördensprecherin zufolge wirft der Provider E-Plus einen Verstoß gegen die Bedingungen seiner Mobilfunklizenz vor. Der Antrag von Mobilcom werde geprüft.

Sollte der Vorwurf zutreffen, könnte E-Plus das Simyo-Geschäft untersagt werden, sagte die Sprecherin auf Anfrage. Ungehalten über die Aktivitäten von E-Plus ist auch der Stuttgarter Service-Provider Debitel . Man sehe hierin einen "diskriminierenden Tatbestand" und prüfe alle rechtlichen Möglichkeiten, sagte ein Unternehmenssprecher.