Burda-Verlag Wachstumsmotor Internet

Auch wenn alle über den schwierigen Medienmarkt klagen, die Zahlen großer Verlage deuten derzeit in eine andere Richtung: Nach Bertelsmann und Springer präsentiert auch Burda ein auffallend positives Ergebnis. Hohen Anteil daran hat das Internetgeschäft, auf das Verlagschef Hubert Burda auch künftig seinen Schwerpunkt setzen will.

Offenburg/München - Trotz des schwierigen Medienmarktes erwartet der Burda-Verlag nach Gewinnen im vergangenen Jahr auch schwarze Zahlen aus den Geschäften des laufenden Jahres. "Das Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit war im letzten Jahr das viertbeste in der Geschichte des Familienunternehmens", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Jürgen Todenhöfer. "In der Gewinnsituation werden wir ähnlich gut dastehen wie im vergangenen Jahr."

Seine künftigen Felder sieht Verlagschef Hubert Burda dabei vor allem auf dem Markt der digitalen und interaktiven Medien. "Wir richten unsere Marken konsequent medienübergreifend aus und bauen neue digitale Marken auf", kündigte Burda an.

Abzüglich des Verkaufs der Beteiligung an der italienischen RCS Media Group stieg der Konzernumsatz 2004 um 6,8 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Wachstumstreiber sei vor allem die Burda Digital Gruppe mit einem Umsatzzuwachs von 29 Prozent gewesen.

Mit Hilfe des Gewinns, dessen Höhe nicht genannt wurde, will der Konzern auch im laufenden Jahr investieren. "Wachstumschancen ergeben sich für traditionelle Medien in den dynamischen Auslandsmärkten", sagte Burda. Daher werde das Auslandsgeschäft künftig unter dem Dach der Hubert Burda International gebündelt.

Mit 956 Millionen Euro erwirtschafteten die Burda-Zeitschriften 64,7 Prozent des Außenumsatzes. Am besten schnitten dabei "Bunte", "Freizeit Revue", "Focus", "Super Illu" und "Mein Schöner Garten" ab. Auch "Focus Schule" habe "vom Stand weg Geld verdient".

Weltweit publizierten der Konzern und seine Partnerverlage im vergangenen Jahr 239 Titel, davon 76 (Vorjahr: 68) in Deutschland und 163 (Vorjahr: 185) im Ausland. Zum 1. Januar 2005 waren bei der Hubert Burda Media mit 7510 Menschen mehr Arbeitnehmer beschäftigt als zum vergleichbaren Vorjahreszeitpunkt.