DVD-Player für unterwegs Herr der Filme

Langstreckenflüge sind ein Graus: Nicht nur, dass man sich kaum bewegen kann – auch die Zeit vergeht oftmals leider nicht wie im Flug. Für Ablenkung soll irgendein Hollywood-Streifen sorgen, den man im Zweifel schon fünfmal gesehen hat. Glücklich ist derjenige, der sich seine Filmunterhaltung selbst aussuchen kann.

Hamburg - Das Filmprogramm auf Langstreckenflügen ist nicht immer jedermanns Sache. Zum Lesen reicht die Aufmerksamkeit nicht mehr, und Schlafen geht auch nicht.

In solchen Situationen wünscht sich mancher Passagier einen eigenen kleinen DVD-Spieler für unterwegs. Die meisten Hersteller von Unterhaltungselektronik haben solche portablen Geräte im Sortiment, zu Preisen ab rund 300 Euro. Der Preis sollte jedoch nicht das einzige Kriterium für die Kaufentscheidung sein.

Philips  ist vergleichsweise neu im Geschäft mit tragbaren DVD-Playern. Erst seit Herbst vergangenen Jahres bietet das niederländische Unternehmen diese Geräte an. "Ein richtiger Boom hat sich erst in letzter Zeit entwickelt", erklärt Businessmanager Arne Heinemann, zuständig für den Bereich Mobile Entertainment.

Billiger und leichter

Zahlen darüber, wie viele tragbare DVD-Spieler verkauft wurden, liegen der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik in Frankfurt am Main laut deren Sprecher Roland Stehle nicht vor. Insgesamt ist der Verkauf von DVD-Playern aber zurückgegangen.

Mike Henkelmann, Produktmanager bei Samsung  in Schwalbach am Taunus, versichert jedoch, dass der Absatz von tragbaren DVD-Spieler geradezu explodiert. "Allerdings auf einem vergleichbar geringen Niveau."

Wozu braucht man also einen tragbaren DVD-Spieler mit eingebautem Bildschirm? "Die Geräte eignen sich zum Beispiel fürs Auto", sagt Stehle. Im Vergleich zu Notebooks, auf denen das Abspielen von DVDs ebenfalls möglich ist, haben portable DVD-Spieler mehrere Vorteile. "Sie sind billiger, und sie sind leichter", sagt Stehle.

Laut Henkelmann lassen sich die Player anders als Notebooks auch ohne Computerkenntnisse bedienen. "Und man gibt eher die unkomplizierteren und billigeren Player in Kinderhände als sein Notebook."

Bessere Bildqualität, leisere Laufwerke

Bessere Bildqualität, leisere Laufwerke

Außerdem bieten sie Heinemann zufolge meist eine bessere Bildqualität. Die Displays der Geräte seien auf die Darstellung bewegter Bilder abgestimmt. "Auch die Laufwerke der Player sind meist leiser als die eines Notebooks", fügt der Philips-Manager hinzu.

Um sicher gehen zu können, dass der DVD-Spieler im Auto nicht allein auf die Akkus angewiesen ist, sollte er für den Betrieb über den Zigarettenanzünder über einen 12-Volt-Anschluss verfügen. Zwei bis vier Stunden spielen die Geräte, wenn sie nicht mit einer Steckdose verbunden sind.

Wer sich grundsätzlich für die Anschaffung eines tragbaren DVD-Players entschieden hat, hat die Qual der Wahl: Für ein Abspielgerät mit 12-Zoll-Display werden rund 1200 Euro fällig. In der Preisklasse zwischen 700 und 900 Euro liegen die 10-Zoll-Modelle der Markenhersteller.

Die kleinsten Vertreter der Gattung portable Geräte besitzen einen 7-Zoll-Bildschirm und kosten um die 300 Euro. Die kleinsten No-Name-Player sind ab 150 Euro zu haben.

"Der Unterschied liegt vor allem in der Größe und in der Qualität der Displays", erklärt Alexander Walz von der in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift "Video". Zum Beispiel sei bei teureren Modellen die Auflösung in der Regel höher. Auch die Verarbeitung der Geräte sei besser. Und bei der Benutzerführung mache sich häufig die lange Erfahrung großer Markenhersteller positiv bemerkbar.

Tragbare DVD-Player spielen in der Regel auch Musik-CDs ab. Auch die Wiedergabe von MP3-Dateien sowie von Fotos im Jpeg-Format sei üblich, sagt Heinemann. Neuere Modelle unterstützen auch das Video-Format DivX. Und über einen TV-Ausgang lassen sich die Geräte auch an Fernseher anschließen, wodurch man sich den herkömmlichen DVD-Spieler zu Hause sparen kann.

Ein Problem haben Walz zufolge jedoch alle tragbaren DVD-Player: Sie reflektieren das Umgebungslicht mehr oder weniger stark. Bei Sonnenschein unter freiem Himmel ist da nicht mehr viel vom Film zu erkennen. Wenn mehrere Personen gleichzeitig einen Film gucken wollen - zum Beispiel die Kinder auf der Rückbank des Autos -, sollte der Einblickwinkel des Bildschirms möglichst groß sein.

Sven Appel, DPA

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