Online-Medikamente Augen auf beim Pillenkauf

Verbraucherzentralen warnen vor Medikamentenkauf in Online-Auktionen. Immer häufiger kommt es vor, dass angebrochene oder abgelaufene Packungen in den Handel geraten. "Der Privatverkauf ist gesetzlich verboten. Dennoch versagen bei den Online-Marktplätzen die Sicherheitssysteme", sagt Verbraucherschützer Wolfgang Schuldzinski.

Düsseldorf - Der Verkauf von Medikamenten bei Internet-Versteigerungen nimmt nach Ansicht von Verbraucherschützern gefährliche Züge an.

In Privatauktionen tauchten immer wieder verschreibungspflichtige Mittel wie die Antibabypille auf, sagte der Gesundheitsexperte der nordrhein-westfälischen Verbraucherzentrale, Wolfgang Schuldzinski, am Mittwoch in Düsseldorf. "Der Privatverkauf ist gesetzlich verboten. Dennoch versagen bei den Online-Marktplätzen die Sicherheitssysteme."

In einer dreiwöchigen Stichprobe habe die Verbraucherzentrale in vier von fünf Auktionshäusern und Kleinanzeigenmärkten im Internet Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz registriert. "Es wurden auch Medikamente angeboten, die eigentlich nicht mehr zu verwenden sind", sagte Schuldzinski, etwa geöffnete Packungen von Anti-Baby- Pillen, in denen "nur drei Stück fehlen", wie es in einem Angebot hieß. Die Versteigerungen seien für die Verbraucher reizvoll, da die Preise oft deutlich niedriger seien als in einer Apotheke.

Lediglich das führende Auktionshaus Ebay  sperre solche Angebote, dies aber oft erst nach einigen Tagen. Sofort-Käufe, bei denen die Bieter nicht auf das Ende der Auktion warten müssen, werden dagegen nicht unterbunden. "Wir verlangen von den Auktionshäusern, dass sie ihren Pflichten besser nachkommen", sagte Schuldzinski.

Auch Apotheken, die nach einer behördlichen Registrierung offiziell Medikamente in Online-Auktionshäusern verkaufen dürfen, verstießen mit ihren Versteigerungen häufig gegen gesetzliche Bestimmungen. So sei es möglich, Schmerz-, Schlaf- und Grippemittel ohne Warnhinweis in riesigen Mengen zu ersteigern. "In einer normalen Apotheke ist der Apotheker verpflichtet, große Mengen nicht herauszugeben", sagte Schuldzinski.