Web.de Hohe Verluste im künftigen Kerngeschäft

Im ersten Quartal konnte nur das Portalgeschäft von Web.de, das in der zweiten Jahreshälfte an United Internet verkauft werden soll, bei Gewinn und Umsatz deutlich zulegen. Das künftige Hauptgeschäft des Internetdienstleisters, der Bereich Web-Telekommunikation, steigerte seinen Verlust dagegen auf 2,3 Millionen Euro.

Karlsruhe - Der Internetdienstleister Web.de  hat im ersten Quartal dank des vor dem Verkauf stehenden Portalgeschäfts bei Gewinn und Umsatz deutlich zugelegt. Wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab, hat sich der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal nach vorläufigen Zahlen mit 0,5 Millionen Euro verfünffacht. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) habe sich um 20 Prozent auf 1,2 Millionen Euro erhöht.

Das nach dem Verkauf des Portalgeschäfts verbleibende Geschäftsfeld Web-Telekommunikation wies den Angaben nach einen Vorsteuerverlust von 2,3 Millionen Euro aus. Grund für das Minus seien nachhaltige, zukunftsgerichtete Investitionen in Forschung und Entwicklung, teilte Web.de mit.

Demgegenüber habe der an den Internetdienstleister United Internet  gehende Bereich Internetportal mit einem Ebitda von 3,5 Millionen Euro einen neuen Rekordwert erreicht. Den Gesamtumsatz bezifferte das Unternehmen auf zwölf Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sei dies ein Anstieg um 26 Prozent.

Web.de hatte Mitte März den Verkauf seines profitablen Portalgeschäfts an United Internet bekannt gegeben und seine Absicht bekräftigt, in dem verbliebenen noch defizitären Geschäftsfeld Web-Telekommunikation innerhalb der nächsten zehn Jahre die weltweite Nummer eins zu werden.

Zum Verkaufsprozedere äußerte sich das Unternehmen positiv. Der Prozess verlaufe weiterhin plangemäß, hieß es. Die Transaktion erfordere nunmehr die Zustimmung der Hauptversammlung von Web.de, die am 6. Juli in Karlsruhe stattfinde. Den Vollzug der Verträge erwartet das Unternehmen den Angaben nach im Laufe des dritten Quartals 2005.