Axel Springer Döpfner sonnt sich im Erfolg

Dem Hamburger Medienkonzern geht es gut. Trotz schwierigen Marktumfelds hat Deutschlands größter Zeitungsverlag in seinem Kerngeschäft zugelegt, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner bei der Präsentation der Zahlen für das erste Quartal. Besonders im Ausland gehe es für Axel Springer "mit großer Dynamik voran".

Berlin - Als Beispiel nannte Döpfner die größte polnische Zeitung "Fakt", die im ersten Quartal und damit viel früher als erwartet die Gewinnschwelle überschritten habe. Auch die vor einem Jahr gestartete russische Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "Forbes" sei im ersten Quartal profitabel.

In Deutschland habe Axel Springer  das Geschäft ebenfalls weiter ausgebaut. So habe die Programmzeitschrift "TV Digital" aus dem Stand rund 1,5 Millionen verkaufte Exemplare erreicht. Für die Zeitung "Welt kompakt" kündigte Döpfner eine neue Entwicklungsstufe an. Der Verlag habe zwar weitere neue Standorte im Blick, arbeite aber auch an einer bundesweiten Strategie, die von einer entsprechenden Werbekampagne begleitet werde.

Zu eventuellen TV-Plänen des Konzerns für seine Beteiligung an der Senderkette ProSiebenSat.1  wollte sich Döpfner wie schon bei der Hauptversammlung im April nicht äußern. Die Entwicklung im ersten Quartal habe keine Auswirkung auf die strategischen Optionen des Verlags, zu denen auch der Aufbau eines zweiten Standbeins im deutschen TV-Geschäft zählt, sagte er.

24 neue Titel in anderthalb Jahren

Nach Döpfners Worten hat sich die Ertragslage des Verlags im ersten Quartal weiter verbessert. Zu der positiven Ergebnisentwicklung in den ersten drei Monaten hätten die schrittweise profitabeler werdenden neu gegründeten Objekte und die anhaltende Kostendisziplin maßgeblich beigetragen. In den vergangenen anderthalb Jahren wurden laut Döpfner 24 Titel neu gegründet.

Den Angaben zufolge stieg das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) nach Bereinigung um Sondereffekte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17,6 Prozent auf 80,7 Millionen Euro. Der Konzernumsatz sei mit 578,7 Millionen nach 577,2 Millionen Euro im Vorjahr in einem schwierigen Branchenumfeld stabil geblieben. Der Konzern-Periodenüberschuss sei um 67,6 Prozent auf 47,6 Millionen Euro gestiegen.

Die spürbare Umsatz- und Ergebnisverbesserung im Zeitschriftensegment beweise, dass die Strategie des Unternehmens zum Erfolg führt, sagte Döpfner. Gleichzeitig bekräftigte er den Konzernausblick für das Gesamtjahr. Der Medienkonzern geht von einem leichten Umsatzwachstum aus. Unter der Voraussetzung, dass sich die neu gestarteten Titel weiterhin erfolgreich entwickeln und die Anzeigenmärkte wachsen, sollen Umsatz und bereinigtes Ebita leicht über Vorjahr liegen. 2004 hatte das Unternehmen ein Ebita von 335,8 Millionen Euro ausgewiesen.

Döpfner warnte davor, die guten Zahlen des ersten Quartals auf das Gesamtjahr hochzurechnen. Wegen des zyklischen Verlagsgeschäfts falle die zweite Jahreshälfte erfahrungsgemäß schwächer als die erste aus.

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