IBM PC-Sparte weg, Arbeitsplätze weg

Nachdem die US-Behörden im März grünes Licht gaben, ist der Kaufvertrag jetzt abgeschlossen: Der chinesische Lenovo-Konzern übernimmt für 1,25 Milliarden Dollar die PC-Sparte von IBM. Während die Chinesen damit zum drittgrößten Computerhersteller weltweit aufsteigen, reduziert IBM bis zu 15.000 Stellen in Europa.

San Francisco/London - Fünf Monate nach der Bekanntgabe seines Vorhabens hat der US-Computerkonzern IBM  mit der chinesischen Lenovo-Gruppe  den Vertrag über den Verkauf seiner PC-Sparte abgeschlossen.

IBM werde aus dem Geschäft eine Milliarde Dollar an Vor-Steuer-Gewinn in seinem zweiten Quartal verbuchen, hieß es in einer Erklärung der beiden Unternehmen. Lenovo zahlt 1,25 Milliarden Dollar in bar und Aktien für die Sparte und übernimmt 500 Millionen Dollar an IBM-Schulden. Die chinesische Gruppe steigt damit weltweit zum drittgrößten Anbieter von Personal Computer auf und drängt sich auf der Rangliste vor IBM.

Die US-Behörden hatten den Verkauf im März nach wochenlangem Tauziehen genehmigt. Mitglieder des für ausländische Investitionen in den USA zuständigen Komitees CFIUS hatten nationale Sicherheitsbedenken angemeldet und vermutet, Mitarbeiter von Lenovo könnten in den USA Industriespionage betreiben. Dem Komitee gehören unter anderem das Verteidigungsministerium und das Ministerium für Heimatschutz an.

Unterdessen meldet die britische Zeitung "Financial Mail on Sunday" unter Berufung auf IBM-Insider, dass der Konzern in den kommenden Monaten europaweit bis zu 15.000 Arbeitsplätze abbauen will. Der Großteil des Stellenabbaus solle dabei in Großbritannien erfolgen. Die Maßnahme sei eine Folge der vermehrten Aktionärskritik über steigende Kosten und fallendem Kurs.

Im März hatte IBM bereits den Abbau von 580 Stellen in Deutschland angekündigt. Das deutsche Wochenmagazin "Wirtschaftswoche" berichtete kurz darauf, dass der US-Konzern im Zuge der Neuorganisation bis zu 2500 Stellen in Europa abbauen will.