Software AG Die Rückkehr

Die Software AG feiert ein fulminantes Comeback: Nach Jahren mit Entlassungswellen präsentiert das Darmstädter Unternehmen ein kräftiges Gewinnplus, und auch die Geschäftsaussichten können sich sehen lassen. An der Börse gehören Software-AG-Aktien prompt zu den Tagesgewinnern.

Darmstadt - Bei Deutschlands zweitgrößtem Softwarekonzern geht es wieder aufwärts: Die Software AG aus Darmstadt hat im ersten Quartal ein kräftiges Gewinnplus verzeichnet. Der Nettogewinn stieg um 19 Prozent auf 11,7 Millionen Euro, beim Umsatz erzielte das Unternehmen ein Plus in Höhe von fünf Prozent auf 100,3 Millionen Euro.

"Die Zeit der drastischen Restrukturierung ist vorbei", sagte Software-AG-Chef Karl-Heinz Streibich. "Unserem Unternehmen ist es gelungen, trotz strenger Kostenkontrolle seine Wachstumsstrategie weiter zu verfolgen."

Die Aufwärtswende wird auch an der Entwicklung Mitarbeiterzahl der Firma deutlich: In den vergangenen zwei Jahre hat die Software AG rund ein Viertel ihrer Angestellten entlassen, in diesem Jahr sollen bis zu 100 neue Mitarbeiter eingestellt werden.

Bessere Geschäfte als bisher erwartet?

Zumindest die Rahmenbedingungen scheinen dafür zu stimmen. Streibich stellt für 2005 ein Umsatzplus zwischen 4 und 6 Prozent in Aussicht, und zwar währungsbereinigt. Die Vorsteuergewinnmarge soll in diesem Jahr zwischen 20 und 22 Prozent liegen. "Wenn das zweite Quartal ähnlich gut wird wie das erste, dann wackelt die Prognose - im positiven Sinne", kommentierte Helmut Bartsch die Geschäftsprognose der Software AG; er arbeitet als Analyst bei der BW-Bank. Noch aber sei es zu früh, darauf zu spekulieren.

Besonders gut lief Im ersten Quartal das Geschäft mit so genannter XML-Software, die verschiedene Anwendungen in einem Programm integriert. Die Lizenzumsätze stiegen in dieser Sparte um mehr als die Hälfte auf 6,9 Millionen Euro. Zusammen mit dem Wartungsgeschäft machen XML-Anwendungen mittlerweile rund 20 Prozent des Software-AG-Konzernumsatzes aus.

Im Geschäftsbereich Datenmanagementsysteme - mit einem Umsatzanteil von 80 Prozent noch bei weitem die wichtigste Sparte des Darmstädter Unternehmens - erwartet Vorstandschef Streibich ebenfalls steigende Umsätze - und zwar stetig, über mehrere Jahre. "Ich glaube, wir können in den kommenden zehn Jahren jährlich ein einstelliges Wachstum in diesem Bereich erzielen", sagte Streibich.

Mit einem Kursaufschlag gegen den Börsentrend in Höhe von 5,8 Prozent auf knapp 26,50 Euro sind die Software-AG-Aktien heute der größten Gewinner im TecDax. Der deutschen Technologieindex büsste selbst bisher 0,35 Prozent seines Wertes ein, auf aktuell 497 Indexpunkten.