SAP Allianz mit Microsoft, Kooperation mit Siemens

Nachdem die Fusionspläne im vergangenen Jahr scheiterten, arbeitet SAP-Chef Henning Kagermann nun offensichtlich auf anderer Ebene mit Microsoft-Gründer Bill Gates zusammen. Eine gemeinsam entwickelte Software soll die Prozesse zwischen SAP und Office erleichtern. Auch mit Siemens knüpft SAP engere Bande.

Hamburg - SAP  und Microsoft  wollen nach einem Bericht des "Wall Street Journal" von Dienstag künftig gemeinsam Software entwickeln und vertreiben, die die beiden Programmwelten verbindet.

Die Partnerschaft sei das bedeutendste Ergebnis aus den fehlgeschlagenen Fusionsgesprächen des vergangenen Jahres, schreibt die Zeitung in ihrer Online-Ausgabe. Mit der Ankündigung des neuen Software-Produkts unter dem Codenamen "Mendocino" wollen die Partner ihre Allianz angesichts des wachsenden Konkurrenzdrucks unterstreichen.

Nach der mehr als anderthalb Jahre währenden Übernahmeschlacht um Peoplesoft war der Softwarekonzern Oracle  zum zweitgrößten Anbieter von Unternehmenssoftware nach dem Walldorfer Marktführer aufgestiegen. Neben IBM  versucht auch Microsoft im lukrativen Markt für Unternehmenssoftware vor allem mit Fusionen Fuß zu fassen. Mit seiner Mittelstandssoftware steht SAP derzeit in Konkurrenz zu Microsoft. In anderen Bereichen kooperieren die beiden Unternehmen dagegen, um einen reibungslosen Betrieb der jeweiligen Produkte untereinander zu gewährleisten.

Die gemeinsam entwickelte Software soll unter anderem sicherstellen, dass zum Beispiel Einträge in Microsofts Office-Software Outlook automatisch in SAPs Zeitmanagement-System einfließen kann. Sie soll voraussichtlich im Herbst fertig sein. "Wir nehmen die größten Applikationen im Markt und verbinden die Erfahrungen", sagte SAP-Manager Shai Agassi. Weltweit nutzten rund 60 Millionen Beschäftigte sowohl Office als auch SAPs Software mySAP. Die neue Software werde SAP einen Vorteil gegenüber Oracle verschaffen.

Auch mit Siemens  werden engere Bande geknüpft. Vor allem die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen soll ausgebaut werden. Die Erweiterung sei eine integrierte IT-Lösung, welche die Patientenversorgung verbessert, Effizienz und Transparenz erhöht, Wachstum fördert sowie die Gesamtbetriebskosten senkt, teilten beide Unternehmen am Dienstag mit. Die Siemens Soarian- und SAP Healthcare-Lösung basiere auf der Integrationsplattform SAP Netweaver und wird zunächst in USA, Deutschland und Japan angeboten.