TV-Geschäft RTL Group schielt nach Russland

Nachdem der Einstiegsversuch in den tschechischen Fernsehmarkt nicht von Erfolg gekrönt wurde, versucht die RTL Group nun ihr Glück in Russland. Für 100 Millionen Euro will die Bertelsmann-Tochter den dortigen Fernsehsender Ren-TV kaufen.

Düsseldorf - Die Bertelsmann-Fernsehtochter RTL Group  will Anteile an dem russischen Fernsehsender Ren-TV kaufen. Der Preis für 49,99 Prozent der Anteile soll bei 100 Millionen Euro liegen, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Der Abschluss des Geschäfts werde im Mai erwartet. Ein Sprecher der RTL-Muttergesellschaft Bertelsmann  wollte den Bericht nicht kommentieren.

Bis zum Abschluss der bereits seit 2004 laufenden Verhandlungen sind nach Angaben der Zeitung noch zahlreiche Hindernisse zu überwinden. Knackpunkte seien die Entwicklung eines Businessplanes, die künftige Managementstruktur des Senders und die genauen Eigentumsverhältnisse.

Mit dem Einstieg bei Ren-TV wäre erstmals ein europäischer Medienkonzern bei einem frei empfangbaren Fernsehsender in Russland beteiligt. Bisher gilt das russische Fernsehgeschäft zwar als wirtschaftlich hoch interessant. Die politischen Hürden und Risiken wurden aber stets als zu hoch eingeschätzt.

RTL hatte bereits erfolglos den Einstieg auf dem tschechischen Markt versucht. In Kroatien ist Europas größte TV-Gruppe bereits mit einem eigenen Kanal erfolgreich gestartet.

Das Engagement in Russland würde in die Unternehmensstrategie des Bertelsmann-Konzerns passen, der in diesem Jahr rund 1,5 Milliarden Euro an Investitionen tätigen und einen Umsatzschub durch Zukäufe von 600 bis 700 Millionen Euro erreichen will. Ren-TV erreicht in Russland derzeit einen Marktanteil von 7,5 Prozent bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern.

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