Wider das Link-Chaos Weg ist nicht weg

Im Internet gibt es eigentlich nichts, was es nicht gibt. Man muss es nur finden - und speichern. Da Links und Bookmarks aber nur eine geringe Halbwertszeit haben oder gänzlich im Web-Orkus verschwinden, sollten Nutzer ihre Lesezeichen hüten und ordnen. Kostenlose Verwaltungsprogramme helfen, das Link-Dickicht zu lichten.

Berlin - Internet-Inhalte sind flüchtig. Dort, wo eben noch ein spannender Artikel zu lesen war, steht im nächsten Moment vielleicht schon ein anderer Text. Die naheliegendste Lösung ist, sich die Links der Seiten mit einem Bookmark zu markieren und zu speichern.

Aber auch Bookmarks haben Nachteile. Viele Nutzer vergessen, die Lesezeichen in ihrem Browser Internet Explorer, Firefox oder Safari in regelmäßigen Abständen zu sichern. Nach einer Neuinstallation sind sie dann nicht selten verschwunden. Also sollten Nutzer - neben der Sicherheitskopie der eigenen Lesezeichen - interessante Seiten auf der eigenen Festplatte speichern, entweder als HTML-Dateien, reinen Text oder PDF.

Dieser Weg führt jedoch leicht in die Informationssackgasse. Denn allzu schnell stapeln sich Dateien in Ordnern, deren Bezeichnungen schon bald nicht mehr zuordnen kann. Die eigene Informationssammlung ist ebenso schwer zu durchsuchen wie ein Stapel Zeitungsausschnitte. Außerdem hat man weder die eigenen Lesezeichen noch die Artikelsammlung automatisch auf anderen Rechnern zur Verfügung.

Bookmark- und Speicherdienste im Netz

Abhilfe schaffen Bookmark- und Speicherdienste im Netz. Anbieter wie mylink , magadoo  und oneview  erlauben es, die eigenen Lesezeichen auf einen Server hoch zuladen und fortan online zu verwalten. Oneview bietet zudem noch eine praktische Software: Mit dem nicht einmal ein Megabyte (MB) großen Surfboard, das ohne Installation auskommt, lassen sich Lesezeichen verwalten, ohne die Website des Speicherdienstes aufzurufen.

Während diese Dienste der Browser-Bookmark-Verwaltung ähneln, geht del.icio.us  einen Schritt weiter. Lesezeichen werden hier anhand so genannter Tags sortiert, der Nutzer heftet den Bookmarks also ein Etikett an. Unter dem Stichwort "Geranien" findet man fortan alle Lesezeichen wieder, die sich auf das Blumenthema beziehen.

Allerdings findet man - wenn man das will - nicht nur die eigenen Bookmarks, sondern auch die anderer Nutzer. Hat man zum Beispiel interessante Seiten zum Thema "Webdesign" gespeichert, bietet del.icio die Möglichkeit, auch die Lesenzeichen aller anderen Nutzer zum gleichen Thema abzurufen und bietet somit eine riesige Fundgrube für Informationen und Kuriositäten im Netz.

Je mehr Nutzer, desto besser

Je mehr Nutzer, desto besser

Gegen die Flüchtigkeit von Internetinhalten kann allerdings auch del.icio nichts ausrichten. Denn der Dienst speichert allein Internetverweise.

Noch einen Schritt weiter gehen Furl  und Spurl . Beide Dienste speichern nicht nur die Internetadressen, sondern auch eine Kopie der Seiteninhalte. Und auch sie setzen Tags - also Etiketten - für die Einträge in die persönliche Internetdatenbank ein.

Die Bedienung ist denkbar einfach: Furl und Spurl bieten jeweils Erweiterungen für die gängigen Browser. Das persönliche Webarchiv lässt sich bereits über ein simples Lesezeichen füttern. Um eine Seite zu speichern, klickt der Nutzer auf einen speziellen Internetverweis, den Spurl und Furl für die Lesezeichenleiste zur Verfügung stellen.

Damit öffnet sich ein Pop-up-Fenster mit einem Formular, in dem bereits Titel und Adresse der aktuellen Webseite im Browser eingetragen sind. Der Anwender kann den neuen Eintrag nun einer Kategorie sowie ihm Tags zuordnen. Mit einem weiten Klick ist die Seite - je nach Wahl öffentlich oder privat - im eigenen Wegarchiv abgelegt.

Natürlich lässt sich das Archiv durchsuchen. Doch nicht nur das: Furler und Spurler können auch die öffentlichen Einträge anderer Nutzer mit in die Recherche einbeziehen. Somit erweitert jeder öffentliche Eintrag nicht nur den Wert des eigenen Archivs, sondern steigert den Nutzen des gesamten Angebots. Spurl und Furl gehören ebenso wie del.icio zur Spezies der "Social Software", die immer besser wird, je mehr Menschen sie verwenden.

Björn Sievers, ddp