AMD Intel auf den Fersen

Der zweitgrößte Chiphersteller der Welt gönnt seinem Konkurrenten Intel keine Verschnaufpause. Wenige Tage nach Intel bringt auch AMD seine ersten Dual-Core-Chips auf den Markt. Die Prozessoren, die die Leistung um bis zu 90 Prozent erhöhen, kommen allerdings vorläufig nur in Servern zum Einsatz.

New York - Der weltweit zweitgrößte Mikroprozessoren-Hersteller AMD  hat im Wettrennen um die Computerchips der nächsten Generation einen Spurt hingelegt. Der Chipproduzent stellte seine ersten "Opteron"-Prozessoren mit zwei Kernen (Dual Core) für den Einsatz in großen Servern vor.

Die ersten großen Hersteller, darunter Sun Microsystems , Hewlett-Packard , IBM  und der Supercomputer-Produzent Cray , haben unterdessen bekannt gegeben, dass sie die neuen leistungsfähigen Prozessoren für ihre Serverplattformen nutzen wollen. "Im Serverbereich verzeichnen wir eine sehr starke Nachfrage - fast mehr als wir erwartet hatten", sagte Jochen Polster, Geschäftsführer von AMD Deutschland.

Nach ursprünglicher Planung sollten die Serverchips erst im Sommer auf den Markt kommen. Allerdings hatte der große Konkurrent Intel  zuletzt Druck ausgeübt und Anfang der Woche die Verfügbarkeit seiner ersten Zwei-Kerne-Chips - allerdings für den Einsatz auf Personal Computern - bekannt gegeben. Die neuen Prozessoren besitzen zwei oder mehr statt wie herkömmlich nur einen Prozessorkern. Auf diese Weise sollen mehrere Aufgaben simultan erledigt werden.

Anders als Erzrivale Intel konzentriert sich AMD mit seinen ersten Dual-Core-Chips zunächst auf den professionellen Einsatz, entsprechende "Athlon"-Prozessoren für Desktop Computer sollen im Juni folgen. "Das ist eine logische Reihenfolge", sagte Polster. In Unternehmensservern könne die vorhandene Software die Vorteile der neuen Chips sofort nutzen, Software für den Personal Computer müsse in der Regel erst noch optimiert werden, um die Leistungssteigerung auch umsetzen zu können.

AMD bringt Opteron-Prozessoren mit verschiedenen Leistungsmerkmalen zunächst für so genannte Vier- bis Acht-Wege-Server auf den Markt. Ende Mai sollen Chips für Zwei-Wege-Server und Workstations folgen. Mit den neuen Prozessoren soll die Leistung der Rechner um bis zu 90 Prozent gesteigert werden. Für die Rechenleistung soll unter anderem auch der Aufbau der Chips verantwortlich sein. "Die Architektur des Opteron war von vornherein für zwei Kerne ausgelegt", sagte Polster.

Ab Juni will AMD mit dem "Athlon 64 X2" auch Endverbrauchern Dual-Core-Prozessoren offerieren. Die Nutzer werden von der neuen Technologie nach Einschätzung von Polster jedoch zunächst nur bei rechenintensiven und aufwendigen Arbeiten wie Bild- und Videobearbeitung auf Multimedia-PCs profitieren.

Im Spielebereich wird es nach Polster noch keine großen Vorteile geben. "Das wird sich aber schnell ändern, sobald künftige Spiele für Mehrkernprozessoren optimiert sind." Bereits für Ende des Jahres erwartet Polster, dass die Doppelkernchips ein Produkt für den Massenmarkt sein werden.