Sonntag, 17. November 2019

SAP "Wir bleiben die Nummer eins"

"Wer bei den Plattformen vorne ist, der wird auch in der IT-Welt ganz vorne stehen", glaubt Henning Kagermann. Der SAP-Chef sagt im Interview mit manager-magazin.de, wie er mit seiner Softwareplattform Netweaver die Giganten IBM, Microsoft und Oracle abhängen will.

mm.de:

Herr Kagermann, Sie haben unlängst die Führungsmannschaft von SAP neu organisiert. Sie geben Aufgaben ab, konzentrieren sich ganz auf die Strategie des Softwarekonzerns. Hat sich SAP Börsen-Chart zeigen bislang zu wenig strategisch betätigt?

 "Wer bei den Plattformen vorne ist, der wird auch in der IT-Welt ganz vorne stehen." SAP-Chef Henning Kagermann
SAP AG / Wolfram Scheible
"Wer bei den Plattformen vorne ist, der wird auch in der IT-Welt ganz vorne stehen."
SAP-Chef Henning Kagermann
Kagermann: Die Neuverteilung der Aufgaben war der letzte Schritt beim Aufbau einer optimalen Organisation für die SAP von heute. Aber Strategie wird wirklich wichtiger für SAP. Schließlich stehen wir vor einer Revolution unserer Industrie.

mm.de: Die da wäre?

Kagermann: Die Struktur der Software für Unternehmen verändert sich grundlegend - hin zu einer Enterprise Service Architektur.

mm.de: Einer bitte was?

Kagermann: Unsere Kunden fordern schon seit längerem von uns, die Systeme so umzugestalten, dass sie effizienter betrieben und schneller an Veränderungen im Geschäft angepasst werden können. Die Unternehmen wollen flexibel auf den Markt reagieren können, sich von der Konkurrenz abheben oder Wettbewerbsvorteile schaffen. Dabei darf sie keine starre Technologie behindern. Diesen Wunsch unserer Kunden können wir jetzt erfüllen.

mm.de: Das sind ja ganz neue Töne. Bisher gilt die SAP-Software als ziemlich monolithischer Klotz, der sich nur mit größter Mühe an die Prozesse eines Unternehmens anpassen lässt.

Kagermann: Mit unserer Plattform Netweaver, die wir seit gut zwei Jahren als eigenständiges Produkt vermarkten, lassen sich unsere Angebote von Fremdanbietern sehr einfach integrieren. Mit Netweaver und der Enterprise Service Architecture können Unternehmen aber vor allem neue Geschäftsmodelle ganz flexibel realisieren.

Sie können aber auch selbst Programmteile schreiben, mit denen sie sich im Wettbewerb differieren. Oder sie können Software anderer Hersteller einbauen. Und trotzdem arbeiten alle Elemente, die auf Netweaver aufsetzen, problemlos zusammen. Mehr noch: Wir liefern nicht nur die Infrastrukturtechnologie, sondern gleich fundamentale Geschäftsprozesse. Damit können die Unternehmen schnell und einfach ihr Geschäftsmodell verändern.

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