Dienstag, 15. Oktober 2019

Management Die IT-Abteilung vom Kopf auf die Füße stellen

2. Teil: Systeme müssen sich anpassen

Systeme müssen sich anpassen

In einer Untersuchung der Firma Detecom schrieben über 90 Prozent der Befragten der IT eine strategisch "wichtige bis sehr wichtige" Rolle zu. Allerdings stellt die gleiche Untersuchung fest, dass die Systeme die Anforderungen des Geschäfts nur unzulänglich abbilden.

Lukas Röhrs ist Diplom-Wirtschaftsinformatiker, Unternehmensberater und Partner des Munich Institute for IT Service Management
Die Computerfachleute sollten daher darauf achten, dass die Anwendungen die Flexibilität der Realwelt unterstützen. Ein untrügliches Zeichen für die Unzufriedenheit von Fachabteilungen ist die Einstellung eigener Spezialisten oder gar die Verwendung eigener Systeme und Softwarepakete.

In vielen IT-Abteilungen herrscht bis heute tatsächlich eine sehr technologie- und systembestimmte Sicht der eigenen Aufgabe. Das Verständnis für das eigentliche Unternehmensgeschäft ist oftmals nur unzureichend vorhanden. Kritische Erfolgsgrößen des Geschäfts werden häufig nicht verstanden und können deshalb nicht adäquat unterstützt werden. Stattdessen halten sich die Spezialisten an Schlagworten wie beispielsweise "Kostensenkung", "Kundenorientierung" oder "technologische Führerschaft" fest, die konkrete Ziele ersetzen, ohne die Inhalte zu interpretieren.

Auch detaillierte Konzepte der IT, die zusammen mit den Fachabteilungen erstellt werden, können eine solche Situation kaum verbessern. Denn die Computerspezialisten interpretieren die Pläne oftmals erneut aus ihrer Sicht, wenn es an deren Umsetzung geht.

Robert Kuhlig ist Diplom-Informatiker und Geschäftsführer des Munich Institute for IT Service Management
Problematisch ist ebenfalls, dass die IT-Abteilung meist der erste und bevorzugte Ansprechpartner von externen Anbietern ist. Damit wirkt sie wie ein Filter, der entscheidende Nachteile bei der Auswahl und Implementierung von Systemen mit sich bringen kann.

Häufig wird in der IT-Abteilung zudem versucht, das fehlende Geschäftsverständnis mit dem Einsatz neuster Technologien oder Anwendungen bewährter Hersteller zu kompensieren. Unterstützen diese Komponenten und Systeme die "echten" Bedürfnisse der Fachabteilungen nicht, sind sie im Unternehmen für die Zukunft "verbrannt" und finden keinen Einsatz mehr.

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