Software AG Gute Geschäfte mit XML

Strategische Weitsicht im von großen Hoffnungen begleiteten Geschäft mit der Internet-Programmiersprache XML beweist der Darmstädter Datenbankspezialist Software AG. Vor allem dank gestiegener Lizenzerlöse im XML-Integrationsgeschäft hat das Unternehmen den Umsatz im ersten Quartal um 6 Prozent auf rund 100 Millionen Euro erhöht.

Frankfurt - Der zweitgrößte deutsche Softwarehersteller Software AG konnte seinen Umsatz im ersten Quartal auf rund 100 Millionen Euro erhöhen. Für 2005 rechnet das Unternehmen weiter mit einem Umsatzplus von währungsbereinigt etwa 4 bis 6 Prozent.

Beim operativen Ergebnis (Ebit) des ersten Quartals erwartet das Unternehmen 17 bis 18 (Vorjahr: 15,1) Millionen Euro, womit die Marge trotz weiterer Kostensenkungen und Umsatzsteigerung aber noch unter dem Zielwert für 2005 von 20 bis 22 Prozent liegt.

In den ersten drei Monaten stieg der Lizenzumsatz um 15 Prozent auf rund 27 Millionen Euro. Vor allem durch das Geschäft mit der Internet-Programmiersprache XML (Extensible Markup Language) konnte die Software AG, die für dieses und die kommenden Jahre große Erwartungen an die Sparte hat, den Lizenzumsatz um 33 Prozent steigern.

Das zweistellige Lizenzumsatzplus in zwei Quartalen in Folge belege, dass die neuen Integrationsprodukte am Markt gut ankämen, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Streibich. Der Umsatz mit Software für Hochleistungsdatenbanken (Enterprise Transaction Systems, ETS) erhöhte sich um 9 Prozent auf rund 20 Millionen Euro. Das 1969 gegründete Softwarehaus beschränkt sich seit Ende 2003 auf diese beiden Geschäftsbereiche.

Prognose wird trotz der guten Zahlen nicht erhöht

"Diese vorläufigen Ergebnisse bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, um unsere Ziele für das laufende Jahr zu erreichen", sagte Streibich. Trotz der guten Zahlen plane die Software AG aber nicht, die Prognose für 2005 zu erhöhen.

Analysten sprachen von guten Zahlen. Die Lizenzerlöse hätten wegen XML die Erwartungen des Marktes übertroffen, schrieb HSBC-Analyst Thomas Becker. Es sehe so aus, als ob das Unternehmen mehr Integrationssoftware verkaufe als ursprünglich erwartet. Sollte diese Entwicklung anhalten, sei es möglich, dass die Software AG ihre Ziele im Laufe des Jahres anhebe.

Auch ETS habe einen soliden Beitrag zum Ergebnis im ersten Quartal geleistet, schrieben die Analysten von Merrill Lynch, die zudem positiv bemerkten, dass der Umsatz im Wartungsgeschäft trotz Währungseffekten stabil geblieben und im Servicegeschäft nach langem Rückgang um 4 Prozent gestiegen sei. BW-Bank-Analyst Helmut Bartsch sagte: "Aus meiner Sicht sind die Umsatz- und Ergebniszahlen für das erste Quartal respektabel ausgefallen." Positiv sei vor allem, dass die Software AG ihren Ausblick bestätigt habe. "Schön ist auch, dass der Bereich XML an Fahrt gewinnt."