WM-Tickets Bei Philips hat's gefunkt

Der niederländische Elektronikkonzern Philips soll die WM-Eintrittskarten mit RFID-Chips ausstatten, um die Sicherheit in den Fußballstadien zu gewährleisten und den Schwarzmarkthandel einzudämmen. Sollte das Projekt gelingen, könnte dies der endgültige Durchbruch für die neue Funktechnologie sein.

Hamburg - Der Elektronikkonzern Philips  stattet die Eintrittskarten zur Fußballweltmeisterschaft 2006 mit so genannten RFID-Chips aus. Dies berichtet die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Branchenkreise.

Die Funktechnik Radio Frequency Identifikation (RFID) soll die Tickets sicherer gegen Fälschungen machen und damit den Schwarzhandel eindämmen. Der Auftrag kommt vom Organisationskomitee des Weltfußballverbandes Fifa in Frankfurt und gilt in der Halbleiterbranche als sehr prestigeträchtiges Projekt.

Die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland ist die erste internationale Großveranstaltung mit einer elektronischen Zugangskontrolle. Wenn die RFID-Chips sich hier bewähren, könnten sie ihre Attraktivität für den Massenmarkt steigern.

Philips soll den Auftrag der Fifa im März bekommen haben. Der Elektronikkonzern sei damit dafür zuständig, rund 3,2 Millionen WM-Tickets mit der RFID-Technik auszustatten. Die Kosten für einen Chip liegen der Zeitung zufolge bei rund 10 Cent. Daraus ergebe sich ein Umsatz von rund 320.000 Euro.

Der Markt für diese Art von Speicherchips ist weitaus umfangreicher als das WM-Projekt. Der Auftrag der Fifa hat daher eine große Bedeutung für die Branche. Bisher gibt es noch eine Reihe von Vorbehalten gegenüber Funkchips. Potenzielle Abnehmer schrecken vor hohen Produktionskosten zurück, Kritiker beklagen mangelnden Datenschutz.

Der Einsatz der Chips in den WM-Tickets könnte eine Signalwirkung auf den Markt haben. Philips hat bislang rund 400 Millionen RFID-Chips weltweit verkauft.

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