Onlineshopping Vorsicht Falle

Egal ob im Webshop oder im Onlineauktionshaus: Beim Einkauf im Netz lauern Gefahren. Da werden Markenartikel angeboten, die keine sind, oder Verkäufer weigern sich, fehlerhafte Ware zurückzunehmen. Ein paar Faustregeln und verbriefte Rechte helfen, Ärger im Umgang mit Ebay, Amazon & Co. zu vermeiden.

Düsseldorf - So gibt es für jeden Kauf das Widerrufsrecht: Wenn die gelieferte Ware nicht gefällt oder fehlerhaft ist, dann darf sie innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen zurückgeschickt werden. Und zwar ohne dass der Käufer finanzielle Einbußen hinnehmen muss. Die Frist beginnt an dem Tag, an dem die Ware beim Kunden ankommt.

Noch bessere Karten hat man, wenn der Verkäufer nicht über das Widerrufsrecht informiert hat. Dann können sogar Waren zurückgegeben werden, die schon vor längerer Zeit bei ihm erstanden worden sind.

Hin und wieder kommt es vor, dass in den Preisen auf Webseiten Zahlendreher sind oder die Anbieter sich vertippt haben. In diesem Fall dürfen Käufer nicht auf den angegebenen Preis pochen, denn nach einhelliger juristischer Meinung ist kein gültiger Kaufvertrag entstanden - auch dann nicht, wenn der Käufer kurz nach der Bestellung eine automatische Bestätigungsmail bekommen hat. Allerdings müssen Händler dem Kunden unverzüglich mitteilen, dass der Preis falsch ausgezeichnet war.

Produktpiraten haben schlechte Karten

Wer bei Ebay  einen vermeintlichen Markenartikel als Schnäppchen ersteigert und anschließend feststellt, dass er einer Fälschung aufgesessen ist, kann auf die Lieferung des Markenartikels bestehen. Oder Schadensersatz verlangen, falls der Anbieter nicht liefern kann. Der wird aus der Differenz zwischen dem gebotenen Kaufpreis und dem tatsächlichen Preis des Markenprodukts berechnet.

Ebay führt in den AGB sogar eine Bestimmung, wonach der Verkauf gefälschter Artikel verboten ist. Für den Verkäufer kann das Ganze übrigens sehr teuer werden, sollte er vom Inhaber der Markenrechte verklagt werden.

Seriöse Anbieter bei Ebay erkennt man in der Regel anhand der Bewertungen, die frühere Kunden über ihn abgegeben haben. Dabei wird es sich meistens um realistische Urteile handeln. Wenn ein Ebay-Anbieter allerdings nur Bewertungen von den gleichen Geschäftskunden hat, sollte man misstrauisch werden. Oft werden im Schneeballsystem Pro-Forma-Geschäfte getätigt, um möglichst viele gute Bewertungen zu ergattern.

Auch Anbieter, die negative Bewertungen von Ebay löschen lassen wollen, haben nur dann Erfolg, wenn die Kommentare beleidigend sind oder Betrug unterstellen. Laut einem Urteil des Landgerichts Düsseldorf müssen Ebay-Händler Kritik hinnehmen, sofern diese keine unwahren Behauptungen enthält.

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