Apple Hackerangriffe nehmen zu

Bisher galten Apple-Rechner als sichere Bastion gegen Viren und Computerwürmer. Doch der Schein trügt. Obwohl nach wie vor Windows-PCs das Hauptziel von Hackerangriffen sind, nehmen die Attacken auf Mac-Besitzer zu. Sicherheitsexperten mahnen zur Vorsicht.

Hamburg - Im aktuellen "Internet Security Threat Report"  warnt der Softwarehersteller Symantec Mac-Besitzer vor allzu großer Gelassenheit in Sachen Viren und Würmer. "Anders als in der öffentlichen Wahrnehmung, war das Macintosh-Betriebssystem nicht immer ein sicherer Hafen", schreiben die Sicherheitsexperten in dem halbjährlich veröffentlichten Bericht.

Es stehe fest, dass Mac OS zunehmend zum Ziel von Hackerangriffen und so genannter Malware werde, die normalerweise mit Windows- und Unix-basierten Betriebssystemen assoziiert würden, heißt es weiter.

Der Anteil von Mac OS X dürfte weltweit gesehen unter fünf Prozent liegen. Bislang stellen Apple-Rechner kein interessantes Ziel für Angriffe dar - so lautet die immer wieder gegebene Erklärung dafür, dass Mac OS bislang von Virenangriffen verschont blieb. Auch die Tatsache, dass Mac OS X auf Unix basiert, wird als Argument für eine im Vergleich zu Windows deutlich geringere Gefährdung des Systems genannt.

Bei Symantec fürchtet man, dass die steigende Popularität von Mac OS die Zahl der Angriffe auf die Plattform erhöhen könnte. Der Marktanteil werde wegen des deutlich günstiger angebotenen Mac mini steigen, heißt es. Diesen würden auch weniger sicherheitsbewusste Benutzer kaufen. Der Mac mini kostet in der Standardkonfiguration knapp 500 Euro, er wird ohne Tastatur, Maus und Monitor ausgeliefert.

Im vergangenen Jahr zählte Symantec 37 schwerwiegende Sicherheitsprobleme bei Mac OS X. Die Zahl sei von Apple  bestätigt worden, der kalifornische Hersteller habe jeweils Sicherheitspatches veröffentlicht, um die Lücken zu schließen.

Ganz so schlimm wie Windows-Benutzer in den letzten Jahren soll es die Mac-Gemeinde allerdings nicht treffen. Die Zahl der Sicherheitslücken werde steigen, schreiben die Experten, aber "sie wird wahrscheinlich von den Sicherheitslücken anderer Betriebssysteme übertroffen".