Cebit-Vorschau Smartphones, Walkmen, Blue-Ray-Brenner

Die Jahre der bloßen Krisenbewältigung scheinen vorüber, die IT-Branche präsentiert sich auf der Cebit mit neuem Optimismus - und frischen Ideen. Motor des erhofften Booms sollen vor allem Produkte für den digitalen Lifestyle werden.

Hamburg - Die Computermesse Cebit hat ihr Maß offenbar gefunden. Mit rund 6000 Ausstellern aus 68 Ländern und einer Fläche von gut 300.000 Quadratmetern ist die weltweit bedeutendste IT-Messe in diesem Jahr fast so groß wie 2004. Den Schrumpfkurs nach dem Ende des Booms der New Economy Anfang des Jahrzehnts hat die Leistungsschau damit augenscheinlich überstanden.

Obwohl nach Angaben der Messe Hannover eigentlich eine Veranstaltung für Geschäftsleute, bietet die Cebit vom 10. bis 16. März auch Privatanwendern wieder Einblicke in die Entwicklung von Informationstechnik und Telekommunikation.

Breiten Raum nehmen erneut Kommunikationstechniken in den Hallen 11 bis 16 ein. Privatanwender dürfte dabei vor allem der Mobilfunk interessieren. Die Netzbetreiber haben bereits vor der Messe eine Reihe neuer Dienste angekündigt. Vodafone  (Freigelände zwischen Halle 12 und 26) und O2 (Halle 12) werden einen Internetzugang über ihr UMTS-Netz zeigen, den es von beiden Unternehmen bald tatsächlich auch zu kaufen geben soll.

Darüber hinaus spielt Musik im Mobilfunk in diesem Jahr eine gewichtige Rolle. Nachdem O2 und Vodafone bereits Download-Dienste gestartet haben, plant Motorola  (Halle 26) zusammen mit Apple  eine iTunes-Version für Handys.

Sony Ericsson  (Halle 26) belebt seine einstige Erfolgsmarke "Walkman" wieder und stattet seine Telefone mit Musikspielern aus. Branchenprimus Nokia (Pavillon P36 zwischen den Hallen 16 und 26) - auf der Ebene der Handybetriebssysteme ein erbitterter Microsoft  -Konkurrent - arbeitet beim Thema Musik mit dem US-amerikanischen Konzern zusammen. Künftige Nokia  -Handys sollen auch Songs im Windows Media Format verstehen können.

Die neuesten Handymodelle spielen allerdings nicht nur Musik ab. Smartphones mit den Betriebssystemen Windows Mobile oder Symbian verwalten auch hunderte Kontakte, rufen E-Mails ab, haben Kameras mit bis zu drei Megapixel maximaler Bildauflösung eingebaut und übertragen Daten per UMTS mit sechsfacher ISDN-Geschwindigkeit.

UMTS-Nachfolger in den Startlöchern

UMTS-Nachfolger in den Startlöchern

Dabei wird es jedoch in Zukunft nicht bleiben: Zu sehen sein werden auf der Cebit auch erste Installationen der Übertragungstechnik HSDPA (High Speed Downlink Packet Access), die in zwei bis drei Jahren den Datenversand mit bis zu drei Megabit pro Sekunde und damit ebenso schnell wie über den derzeit leistungsstärksten DSL-Zugang ermöglichen.

Einen weiteren Blick in die Zukunft der Informationstechnologie gewährt der Future Parc in der Halle 9 (www.futureparc.cebit.de). Auf mehr als 5500 Quadratmetern zeigen Forschungseinrichtungen wie die Fraunhofer Gesellschaft, Universitäten und Fachhochschulen sowie Unternehmen ihre Entwicklungen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Vorträge und Podiumsdiskussionen.

Eine Sonderausstellung zur IT-Sicherheit finden Besucher in der Halle 7. An jedem Messetag erläutern Experten in Vorträgen, wie man einzelne PCs und ganze Netzwerke vor Viren und anderen Bedrohungen aus dem Internet schützen kann. Außerdem baut die Fachzeitschrift "PC Professionell" ein öffentliches Testlabor auf, das Messegästen zeigt und erläutert, wie das Magazin Laserdrucker und Monitore untersucht.

Mit dem Siegeszug der Digitalfotografie gewinnt das Thema auch auf der Cebit an Bedeutung. Die "Digital Imaging Area" in der Halle 1 soll sowohl Profis als auch Einsteigern unfassende Informationen bieten.

Fast schon ein Dauerthema der Cebit ist das vernetzte Eigenheim. Die Sonderschau Digital Lifestyle Home (www.digital-lifestyle-home.de) zeigt in der Halle 25 eine Wohnung, in der die Hifi-Anlage im Wohnzimmer ebenso wie die Kücheneinrichtung und der PC im Büro zu einem Netzwerk gehören.

Björn Sievers, ddp

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