Montag, 17. Juni 2019

Nachholbedarf bei DSL Entwicklungsland Deutschland

In Bezug auf den schnellen Internetzugang ist die Republik ziemlich langsam. Gerade einmal 13 Prozent der deutschen Haushalte verfügen über einen Breitbandanschluss. Schuld daran seien vor allem die Deutsche Telekom und der geringe Wettbewerb am Markt, so Experten.

Hannover - Wenn es um den schnellen Zugang zum Netz der Netze geht, hat Deutschland nach Ansicht von Experten großen Nachholbedarf. "Deutschland muss bei der Breitbandnutzung aufholen, denn wir fallen im internationalen Vergleich leider zurück", sagte Cisco-Deutschlandchef Andreas Dohmen.

DSL: Die Deutsche Telekom domiert den Markt
"Von 15 EU-Staaten landen wir in Sachen Breitbandinternet auf einem der hinteren Plätze." Am kommenden Freitag (11. März) wird sich auf der Computermesse Cebit ein "Breitbandgipfel" mit diesem Thema beschäftigen.

"Es ist ein bisschen traurig für ein Land wie Deutschland, im selben Atemzug wie Portugal oder Griechenland genannt zu werden", sagte Analystin Ariane Afrough vom Marktforschungsinstitut IDC. "Natürlich trumpft Deutschland immer mit Kundenzahlen auf - T-Online als der größte Internetservice-Provider in Westeuropa -, aber das liegt an der Größe Deutschlands, nicht am Entwicklungsstand der Breitbandtechnologie", sagte Afrough.

IDC zufolge verfügen gerade einmal 13 Prozent der deutschen Haushalte über einen DSL-Anschluss. In Südkorea haben mehr als 70 Prozent der Haushalte einen Hochgeschwindigkeitsinternetzugang. Der westeuropäische Durchschnitt liegt einer aktuellen Studie von Forrester Research zufolge bei 20 Prozent.

Europäisches Schlusslicht

Die Forrester-Analysten Niek van Veen und Lars Godell vergleichen in der Studie die 19 Prozent Wachstum in Deutschland 2003 mit den 81 Prozent Wachstum in Westeuropa insgesamt. Sie sprechen von "anämischem Wachstum" in den Jahren 2003 und 2004.

Der deutsche Breitbandmarkt werde von technikverliebten jungen Männern bestimmt. Über das Studium, in dem solche Konsumpioniere den Ton angeben, habe sich der Markt bisher nicht hinausentwickelt.

Ein Grund für die deutsche Rückständigkeit in Sachen Breitband ist Experten zufolge, dass es bislang keine Ernst zu nehmenden Alternativen zur Technologie der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen gibt und damit auch keinen Wettbewerb. "Länder mit hoher Breitbandnutzung verfügen in der Regel über eine gute Mischung unterschiedlicher Zugangstechnologien", sagte Dohmen. "Neben DSL werden dort TV-Kabel oder Glasfaser genutzt, die zudem wesentlich leistungsfähiger sind. Ein richtiger Wettbewerb der Zugangstechnologien fehlt in Deutschland allerdings bislang."

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