Nokia China wird's schon richten

Der finnische Handykonzern Nokia sucht sein künftiges Wachstum in China. Vorstandschef Jorma Ollila will von dem boomenden Mobilfunkmarkt profitieren und seine Aktivitäten in dem asiatischen Land weiter ausbauen.

Peking - Der weltgrößte Handyhersteller Nokia  will seine Preise trotz verlorener Marktanteile in diesem Jahr nicht senken. Der finnische Konzern setzt eher auf eine kräftige Nachfrage aus dem boomenden Mobilfunkmarkt in China. Die chinesischen Produktions- und Forschungskapazitäten sollen daher dieses Jahr erweitert werden, sagte Vorstandschef Jorma Ollila.

Der Nokia-Chef sieht China als eines der Schlüsselländer für weiteres Wachstum an. Allein im vergangenen Jahr erhöhte sich der Umsatz des finnischen Konzerns in dem asiatischen Land um 44 Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar. In den vergangenen fünf Jahren hat der chinesische Markt rund 9 Prozent der weltweiten Einnahmen von Nokia erbracht.

Nach Einschätzung von Ollila wird die Zahl der Mobilfunkkunden bis zum Ende der Dekade auf drei Milliarden steigen, ein Viertel davon werde aus China stammen. "Dies bietet eine enorme Option für Nokia", sagte der Vorstandsvorsitzende. Sein Unternehmen wolle seine führende Position in China beibehalten und plane daher den Ausbau der Aktivitäten.

Von weiteren Preisnachlässen sieht der Konzern dagegen ab, obwohl sich taktisch motivierte Preissenkungen auf einige Produkte in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres positiv auf Absatz und Marktanteile und nur geringfügig auf die Gewinnspannen ausgewirkt hätten. "In diesem Jahr sind Preissenkungen kein Bestandteil unserer Strategie", sagte Ollila. Stattdessen will Nokia seinen Marktanteil durch eine Ausweitung der Produktion technisch höherwertiger Geräte ausbauen.

Für die gesamte Branche hält der Nokia-Chef dagegen weitere Preissenkungen angesichts des starken Wettbewerbs für wahrscheinlich. Analysten sagen der Branche ein schwereres Jahr vorher als 2004. Marktforscher rechnen für 2005 mit einem Wachstum des weltweiten Handyabsatzes um nur noch acht Prozent - gerade einmal ein Viertel der Rate des Vorjahres. Nokia geht von plus zehn Prozent aus.

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