Sonntag, 16. Juni 2019

Firewalls Wirksamer Virenschutz

Weil Viren, Würmer und Phisher eine permanente Gefahr darstellen, gehört der passende Schutz zum Pflichtprogramm für jeden Computer. Doch welches Konzept genügt den Anforderungen? Sollte man sich eine teure Firewall kaufen oder reicht auch eine Freeware?

Düsseldorf - Firewalls sind vergleichbar mit Portiers im Hotel: Sie überwachen die Schnittstellen, die so genannten Ports, zwischen einem PC und der Datenautobahn.

 Lästige Schädlinge: Computerviren
[M] AP/DPA
Lästige Schädlinge: Computerviren
Eine Firewall ist ein Sicherheitskonzept, das die verschiedenen Netzbereiche trennt. Das Konzept besteht aus einer Hardware, die für das Empfangen und Versenden der einzelnen Netzwerkpakete zuständig ist, und aus einer Software, die den Datenverkehr regelt. Wer von einer Firewall spricht, verbindet damit in den meisten Fällen die Softwarekomponente dieses Sicherheitskonzeptes.

Die Software verhindert den Zugriff unbefugter Programme, etwa von Spyware, die den PC nach Passwörtern oder anderen geheimen Daten ausspioniert. Firewalls müssen also gut funktionieren, stabil und intelligent sein.

Auf dem Markt tummelt sich eine ganze Palette an Softwarekomponenten. Viele dieser Schutzprogramme kann man sogar kostenlos aus dem Internet herunterladen. Doch Experten warnen die Verbraucher immer wieder vor dieser Variante des Schutzes, denn hier wird unter Umständen an der falschen Stelle gespart.

Zwar bietet auch Freeware meist einen Grundschutz vor unbefugten Zugriffen aus dem Netz, doch oftmals fehlen jene Sicherheitsfunktionen und Updatemechanismen, die den Rechner vor aktuellen und neuartigen Gefahren wirklich schützen.

Eingang zu, Ausgang offen wie ein Scheunentor

So überwacht die kostenlose Software meist nur den eingehenden Datenverkehr, nicht jedoch das, was der PC aussendet. Wenn sich ein Spionageprogramm eingenistet hat, kann es unbemerkt Daten vom PC nach draußen tragen. Diese Lücke machen sich Spamverteiler zunutze, die sich gern der auf einer Festplatte gespeicherten E-Mail-Adressen bedienen, um ihre Werbemails von fremden PCs aus tausendfach zu versenden.

Im Gegensatz zu kostenpflichtigen Programmen, wie denen von Symantec, McAffee, Kaspersky-Labs, Norman, Steganos oder Kerio, enthält Freeware in der Regel auch keine Einbruchsblockierung (im Fachjargon "Intrusion Prevention System" genannt). Diese Funktion vergleicht im Hintergrund permanent den laufenden Datenverkehr mit den Merkmalen aktueller Würmer und Viren.

Sobald das Programm bei einem ankommenden Datenpaket ungewöhnliche und deshalb zweifelhafte Anhänge erkennt, blockiert es den Zugang zum Rechner und sperrt den entsprechenden Port. Wichtig ist auch, dass Anwender selbst einstellen können, über welche Anwendungen und Webseiten private Daten verschickt werden dürfen. Nur so kann man zum Beispiel beim Onlinebanking sicher und uneingeschränkt arbeiten.

Gute Programme beinhalten nicht nur diese Einstellungsmöglichkeiten, sie warnen auch, wenn eine Anwendung versucht, sensible Daten, nicht autorisierte Software oder private Internetseiten zu versenden. Gekaufte Softwarekomponenten bieten zudem den Vorteil regelmäßiger Updates. Die Aktualisierungen gehen meist automatisch vonstatten, sobald der Nutzer die Onlineverbindung aufgebaut hat.

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