Sonntag, 16. Juni 2019

Computerschädlinge Viren via Video

Üblicherweise schleichen sich Viren über Mailprograme oder andere Sicherheitslücken in den Computer ein. Jetzt haben Hacker eine neue Methode ausgeheckt, um Dialer und Spyware auf die Festplatte zu schmuggeln. Sie verstecken die Schädlinge in harmlos wirkenden Videodateien.

München - Das Computermagazin "PC Welt" warnt vor einer neuen Gefahr beim Download von Videoclips. Wie die Zeitschrift (Ausgabe 3/2005) berichtet, verbreiten sich zurzeit zwei gefährliche Trojaner über Internet-Tauschbörsen und per E-Mail.

 Tückische Schädlinge: Seit neuestem verseuchen Trojaner auch Videodateien
[M] DPA
Tückische Schädlinge:
Seit neuestem verseuchen Trojaner auch Videodateien
Die Computerschädlinge mit der Bezeichnung "Trj/WmvDownload".A und "Trj/Wmv.Download.B" versteckten sich in harmlos wirkenden Videodateien und überlisteten Microsofts Windows Media Player.

Die manipulierten Videodateien gaukelten beim Abspielen vor, eine DRM-Lizenz zu benötigen. DRM (Digital Rights Management) ist eine Kopierschutzfunktion im Windows Media Player, die Multimedia-Inhalte vor Urheberrechtsverletzungen schützt. Ist die Lizenz nicht auf dem PC, sucht der Player automatisch im Internet.

Der Anwender gelangt so im Fall der infizierten Videodateien auf eine Web-Seite, die ihm suggeriert, er könne hier die benötigte Lizenz herunterladen. Stattdessen genüge ein Klick und diverse Spyware-Programme, Dialer und weitere Computer-Würmer landeten auf dem Rechner.

Bis Microsoft eine Lösung für das Problem bereitstellt, sollten Anwender bei jeder Video-Datei vorsichtig sein, die sie aus dem Internet herunterladen. Bereits jetzt helfe eine andere als die Standard-Einstellung des Media Players. Unter dem Menüpunkt "Optionen - Datenschutz" müsse die Funktion "Lizenzen für geschützte Inhalte automatisch erwerben" deaktiviert werden. Alternativ empfehlen die Computer-Experten, Videodateien einfach mit einem anderen Player abzuspielen, wie zum Beispiel der kostenlosen Software Winamp 5.08 Free.

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