Sonntag, 20. Oktober 2019

Outsourcing "Das Blaue vom Himmel"

Auslagern oder besser selbst machen? Susan Unger, Chief Information Officer von DaimlerChrysler, erläutert im Gespräch mit manager-magazin.de die Bedeutung der IT für den Automobilkonzern und schildert ihre Bedenken beim Outsourcing.

mm.de:

DaimlerChrysler Börsen-Chart zeigen designt, baut und vermarktet Autos und Trucks. Wozu braucht so ein Konzern eigentlich eine riesige eigene IT-Abteilung?

 "Wir konnten durch digitale Produktionsplanung bis zu 30 Prozent Zeit einsparen." Susan Unger, Senior Vice President und Chief Information Officer (CIO) von DaimlerChrysler
DaimlerChrysler
"Wir konnten durch digitale Produktionsplanung bis zu 30 Prozent Zeit einsparen." Susan Unger, Senior Vice President und Chief Information Officer (CIO) von DaimlerChrysler
Unger: Ohne die Informationstechnologie könnten wir überhaupt nicht funktionieren. Sie hält alle Abläufe unserer weltweiten Organisation in Gang - von der Produktion bis zu unseren Händlern.

mm.de: Wie das?

Unger: Nehmen Sie beispielsweise unsere Ingenieure. Seit sie moderne Entwicklungs- und Konstruktionssoftware einsetzen (CATIA) hat sich die Entwicklungszeit für ein neues Fahrzeug deutlich verkürzt.

mm.de: Und wie verbessert IT die Zusammenarbeit zwischen den Bereichen?

Unger: Mit Hilfe der Digitalen Fabrik haben wir zum Beispiel den gesamten Produktentwicklungsprozess digitalisiert. Dadurch können die Entwicklungs- und Produktionsingenieure frühzeitig gemeinsam überprüfen, ob sich etwa eine bestimmte Designidee überhaupt später in der Produktion realisieren lässt.

mm.de: Was bringt so eine Kooperation?

Unger: Wir konnten bei der Produktionsplanung bis zu 30 Prozent Zeit einsparen. Bei der Entstehung der neuen S-Klasse etwa hatten die Entwickler ein Bauteil vorgesehen, das der Arbeiter nur einbauen konnte, wenn er in den Kofferraum krabbelt. Am Bildschirm konnten sie sehen, wie sich das virtuelle Männchen verrenken musste. Die Idee wurde blitzschnell geändert.

mm.de: Nutzen schon alle DaimlerChrysler-Firmen diese neue Technologie?

Unger: Die Integration des gesamten Prozesses von der Entwicklung hin bis zur Wartung des fertigen Wagens haben wir bei Mercedes bereits eingeführt. Bei Chrysler und den Nutzfahrzeugen sind die Projekte gestartet. Bis der gesamte Lebenszyklus unserer Produkte überall digitalisiert ist, dauert es aber noch ein paar Jahre.

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