Vodafone "Schöne Frauen" auf dem Handy

Der Mobilfunkbetreiber Vodafone bietet erstmals einen Kinofilm in voller Länge für Mobiltelefone an. Kunden mit UMTS-Handys können den 90-minütigen Film "Schöne Frauen" diese Woche mobil empfangen. Der Preis ist noch unklar, die mobilen Datendienste sollen aber schon in naher Zukunft profitabel sein.

Berlin/Düsseldorf - Als erster Mobilfunkanbieter in Deutschland bringt Vodafone  einen Kinofilm in voller Länge auf das UMTS-Handy. Versuchsobjekt ist das deutsche Roadmovie "Schöne Frauen" von Regisseur Sathyan Ramesh.

Vodafone Mobile TV zeigt den Film in dieser Woche rund um die Uhr in einem Rhythmus von 90 Minuten. Interessierte Vodafone-Kunden können sich über das Vodafone Live!-Portal einwählen.

Nach Angaben des Unternehmens sieht der Nutzer von dem Kinofilm noch eine ganze Menge auf dem kleinen Handy-Display. Bestimmte Szenen, etwas schnelle Bewegungen, müssten allerdings bearbeitet werden.

Erste Tests mit einem Fernsehspielfilm hätten gezeigt, dass die Kunden einen solchen Film in der Regel ohnehin nicht die vollen 90 Minuten auf dem Handy betrachteten, räumte eine Unternehmenssprecherin ein. Doch das Interesse sei vorhanden.

Vodafone bietet seit dem Start von UMTS mit seinen höheren Übertragungsraten Mobile TV als neues Angebote an. Die Kunden können damit Nachrichten des Fernsehsenders N 24 und Auszüge aus dem Programm von RTL und MTV sowie Sportberichte verfolgen.

Der endgültige Preis der Angebote ist noch nicht bekannt. Noch gelten Sonderreglungen für die Einführungsphase. Doch werde auch später der Preis für Mobile TV maximal bei drei Euro pro Stunde liegen, sagte die Sprecherin.

Fernsehbilder zur Fußball-WM aufs Handy

Die Bundesregierung will solche mobilen Datendienste stärker fördern. Mit dem Start der UMTS-Technologie im vergangenen Jahr erhielten Multimediadienste neuen Auftrieb. Laut Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) müsse jetzt gezeigt werden, dass Datendienste jenseits von Klingeltönen, SMS-Nachrichten und Spielen ein Marktpotenzial hätten.

Unterstützt werden sollen die Anbieter dabei durch entsprechende rechtliche Voraussetzungen und die Förderung von Beispielprojekten. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 etwa sollen die Besucher per Handy Informationen, Navigationshilfen und auch Fernsehbilder bekommen können.

"Wir müssen in Deutschland so schnell wie möglich dazu kommen, dass wir mit dem Handy oder Handheld komplette Geschäfte abschließen, bezahlen und unterschreiben können", verlangte Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) zum Auftakt des Kongresses "e-mobility - mobile Arbeitswelten".

Der Minister verwies darauf, dass Deutschland der größte Mobilfunkmarkt Europas sei. Der Umsatz der Branche habe 2004 bei 23 Milliarden Euro gelegen. Dies sei genauso viel wie die Pharmaunternehmen erzielt hätten. Bis zu 150.000 neue Arbeitsplätze seien zudem in den vergangenen Jahren in der Branche geschaffen worden.

Die Umsätze mit Diensten beim Mobilfunk seien allerdings noch viel zu gering. Sie machten gerade mal 20 Prozent aus und davon entfielen wiederum 90 Prozent auf SMS. Mittelpunkt seien derzeit noch Klingeltöne, Musikdownloads und Spiele. "Wenn es bei dieser einseitigen Ausrichtung bliebe, würden wir große Potenziale verschenken", erklärte Clement.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.