SAP Wildern bei Oracle

"Die Besten gehen, das Kapital von Peoplesoft hat Beine", sagt Leo Apotheker. Der SAP-Vorstand freut sich auf die Neuzugänge der Konkurrenz. Die Spezialisten des jüngst mit Oracle fusionierten Softwarekonzerns haben nicht nur Knowhow, sondern auch gute Kontakte. Die will SAP für weiteres Wachstum nutzen.

Frankfurt - Europas größter Software-Konzern SAP  will aus dem geplanten Stellenabbau beim frisch fusionierten US-Rivalen Oracle  Kapital schlagen.

SAP-Vertriebsvorstand Leo Apotheker deutete in einem Interview an, dass zahlreiche enttäuschte Spitzenkräfte des von Oracle übernommenen kleineren Konkurrenten Peoplesoft  bei dem Walldorfer Konzern Arbeit suchen. Viele Peoplesoft-Mitarbeiter hätten sich mit Händen und Füßen gegen die Übernahme gewehrt, sagte Apotheker dem Anlegermagazin "Euro am Sonntag".

"Die Besten gehen jetzt und nehmen ihre Kundenkontakte mit. Das Kapital von Peoplesoft hat Beine, und die wählen", betonte er: "Was glauben Sie, wie viele Bewerbungen wir derzeit kriegen?"

Oracle kündigt, SAP stellt ein

Oracle hatte zuletzt den Abbau von rund 5000 Stellen des zusammengeschlossenen Unternehmens angekündigt. SAP dagegen will Vertrieb und Produktentwicklung mit 3000 neuen Mitarbeitern stärken, um der Konkurrenz Kunden und weitere Marktanteile abzujagen.

Apotheker äußerte mit Blick auf das US-Geschäft im laufenden Jahr die Erwartung, "dass wir weiter Marktanteile gewinnen". Die Lizenzumsätze sollen dort seinen Worten zufolge mit einer zweistelligen Rate zulegen. "Die Marktforscher erwarten für die USA zwischen fünf und zehn Prozent, und wir wollen schneller wachsen als der Gesamtmarkt", sagte der SAP-Vorstand.

Im vergangenen Jahr hatte der Konzern in der Region Amerika, auf die ein Viertel des Software-Geschäfts von SAP entfällt, rund ein Drittel mehr Lizenzen als im Vorjahr verkauft.

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